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Re: Pilzkartierung

Markus, (vor 9241 Tagen) 40 Beiträge @ Thomas Pruß

Hallo Thomas

Hatte ein paar Tage nichts zu tun, möchte für Deine ausführliche Antwort danken.
Ich glaube das die Entwicklung eines solchen Programms eher einfach ist. (Ich programmiere in MSAccess). Schwieriger ist für mich die Hardware-Realisierung, da ich keinen Zugang zu soetwas habe. Die sogenannten Smartphones (PDA + Mobiltelefon) wären meiner Ansicht nach geeigneter als die Laptop, da sie wesentlich kleiner sind.
Die Auswertung und Verknüpfung der Daten würde erst auf dem heimischen PC erfolgen.
Außerdem gibt es ja schon entsprechende Pilz - Datenbanken, und eine weitere Vernetzung per Internet dürfte auch nicht gerade schwierig sein.

PS: Ich hatte nicht daran gedacht, diese System dafür zu nutzen, mehr Steinpilze und Pfifferlinge zu finden. Ich hoffe dadurch nur das Wachstum und die Verbreitung von Pilzen im allgemeinen besser zu verstehen.

Alles Gute

Markus

Moin Oktober, moin Markus,
ich finde die Idee von Markus bestechend: Der Laptop ist mit einem
GPS-Empfänger verbunden, so dass jeder Fundort automatisch auf einer
eingespeicherten Karte eingetragen wird. Dabei ist es eigentlich egal, ob
du den Pilz kennst oder nicht, denn die Art kannst du nach der Bestimmung
immer noch nachträglich eintragen. Die aktuellen Wetterdaten im
Untersuchungsgebiet kann sich der Computer ebenfalls übers Internet
runterladen.
Leider ist ein solches System noch Zukunftsmusik. Nicht, weil die technischen
Möglichkeiten fehlen, über die sind wir längst hinaus, sondern weil ein
entsprechendes Programm fehlt. Und das zu entwickeln, dürfte nicht gerade
billig sein.
In etwa sieht ein solches Pgm. aus wie das z. B. des
Erdbebenüberwachungssystems, das das Souther Californian Earthquake Center
(SCEC) vor kurzem in Betrieb genommen hat. Es funktioniert mit 250
Sensoren, die in Kalifornien verteilt sind und ihre Daten ständig einem
Zentralrechner zuleiten. Aber um dieses System aufzubauen, haben die Amis
10 Jahre gebraucht und das in einem Gebiet, das über 50 % der
Erdbebenrisiken in den USA trägt!!! Ursache: permanente Geldnot.
Ein elektronisches Pilzkataster, in das alle ökologischen und
meteorologischen Bedingungen einfließen, wäre von der Struktur her
ebennfalls bestechend einfach, von der Durchführung her aber extrem teuer.
Neben der Finanzierung des Pgm.-Entwicklung, fallen wahrscheinlich auch noch
hohe Personalkosten an, denn zur Durchführung eines so umfangreichen
Katasters brauchst du Leute, die genau dies und sonst nichts anderes
machen. Natürlich gibt es das Argument, dass sich alle „Pilznasen“ ein
solches Pgm. aus dem Internet runterladen könnten (gegen Gebühr), aber was
bringt’s? Die meisten Pilzinteressierten (und da nehme ich mich nicht aus)
sind an der kulinarischen Verwertung ihrer Beute interessiert. Die
„reinen“ Mykologen sind nur ein kleines Häufchen, das kannst du auch hier
im Forum erkennen. Niemand ist in der Lage, den Überblick über das gesamte
Reich der Pilze zu behalten und dementsprechend zu arbeiten. Und ob es
sich für einen Spezialisten, der sich nur mit Schleimpilzen oder
Täublingen oder Risspilzen beschäftigt, interessant ist, eine gewiss nicht
unerhebliche Summe in den Erwerb eines solchen Pgms. zu stecken, ist
fraglich. zumal ja auch noch dazu kommt, dass man einenen GPS-Empfänger
braucht (der ebenfalls mit einer speziellen Software mit dem Computer
kommuniziert) usw. usw.
Last but noct least: Wo laufen all’ diese Daten zusammen? Eine solche
Datenbank hat ja nur dann Sinn, wenn man immer und von überall darauf
zugreifen kann.
Wie man sieht, ist das Problem kein technisches, sondern ein fast rein
logistisches.
Grüsslis
Thomas

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