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Re: Zecken

Pilzmann, (vor 6311 Tagen) 437 Beiträge @ Huperzia

Hallo Tanja,

ich werde mich hüten, deine "Flugzecke" in den Bereich der Fabel zu verweisen. Mag sein, dass hier ein Unfall (für euch beide ggg.) vorgelegen hat. Nach ganz herrschender Meinung, um es mal juristisch auszudrücken, lassen sich Zecken normalerweise aber nicht auf ihre Opfer fallen. Das ist auch begründbar.
Wenn Zecken überhaupt etwas sehen, dann erkennen sie im Nahbereich allenfalls Unterschiede zwischen Licht und Schatten. Bezüglich ihrer Opfer orientieren sie sich nicht visuell, sondern thermophil, olfaktorisch und taktil. Um das "gelahrte Geschwätz" mal zurecht zu rücken: Sie stellen die Annäherung ihrer "Mahlzeit" durch die durch die von der Körpertemperatur ihres Opfers erhöhte Umgebungstemperatur fest. Noch viel eher riechen sie dich (vermutlich ihr stärkster Sinn). Aber erst wenn du ihren "Ausguck" in ihrer Nähe berührst (zum Beispiel einen Grashalm, einen Ginsterbusch etc.) können sie auf dich übersteigen. Das ist ein erfolgsversprechendes Verfahren.

Stell dir einen Zeck vor, der sich mit seinem gegen Null tendierenden Sehvermögen einfach mal nach unten fallen lässt. Wie oft muss der anschließend wieder irgendwo hochklettern, um sich erneut im freien Fall sinnlos seinen Saugrüssel zu stoßen, wenn er sein Opfer in seiner Blindheit verfehlt hat. Wie schon eingeräumt: undenkbar ist dieses Verfahren nicht; aber von der Erfolgsquote her ein sehr ineffektives Verfahren und deshalb in der auf Sinnhaftigkeit angelegten Natur wenig zu erwarten. Den von dir geschilderten Fall (hier doppelsinnig) würde ich deshalb eher in die Kategorie: "Die Ausnahme bestätigt die Regel!" einreihen.

Nebenbei gebe ich dir Recht, das die Zecke auf keinen Fall "vollgesogen" war, weil die Tierchen in jedem ihrer drei Lebensstadien als Zeckenform mit mit zunächst sechs oder später acht Beinen nur je einmal pro Jahr Blut tanken müssen, um zu überleben und ihren Daseinszweck Vermehrung zu verwirklichen. Wenn sie groß war, war sie vermutlich im dritten Stadium ihrer in der Regel dreijährigen Existenz. Nach der letzten Mahlzeit begatten sie die Weibchen bzw. legen sie ihre Eier und sterben umgehend.

Das stimmt absolut nicht. Sie klettern gerne an Grashalmen hoch und diese
wachsen nicht selten bis in Bauchhöhe. (Vor allem die kleineren.) Und
seitdem mir einmal eine ausgewachsene Zecke (nicht vollgesogen, aber ein
ordentlich Großes Tier) spürbar! von oben auf den Kopf gefallen ist -
vermutlich von einer Fichte, glaube ich auch, daß Zecken von Bäumen
fallen. (Früher hab ich das auch nicht gedacht.)
Ein Großteil im Wald sitzt natürlich weiterhin in Laub- und Nadelstreu.
Viele Grüße,
Tanja

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