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Christoph G, (vor 6302 Tagen) 2.778 Beiträge @ Peter S.

Hallo Peter,

nett geschrieben...:-))
Was mich interessiert: Wo stand diese Esche? Ich meine sowas wie: An einer Strasse oder im Wohngebiet, am Waldrand usw.
Kannst Dir wahrscheinlich schon denken worauf ich hinaus will.. oder?..;-))

LG Christoph

Vor 5 Jahren lernten wir uns kennen.
Du in leuchtendem Gelb, schamhaft verboregn hinter Brennnesseln und Gestrüpp
am Fuße einer alten Esche. Das Schickal wollte es, dass die Esche just auf
einer Stammseite unmittelbar am Rande eines tiefen Grabens wuchs und im
Laufe der Jahre so breit wurde, dass sie auf der einen Seite einen
Stammfuß von über 3 m Durchmesser ausbildete.
Dort warst Du - ich besuchte Dich öfter.
Mykobesuch staunte und war entzückt wenn ich Dich zeigte, so üppig hatten Sie
andere Deiner Art noch nie gesehen, wenn Sie denen überhaupt schon mal
begegnet waren - Denn Du bist seit 40 Jahren die einzige in unserem
Bundesland gewesen.
Das letzte mal sahen wir uns am 19.7. - ich berichtete hier unsd zeigte stolz
Dein Foto des gelben Zuwachsrandes, den Du an Deinem üppigen Körper
gebildet hattest.
Gestern - ich sah es schon von weitem - hattest Du mit Deiner Gier nach
Nahrung dafür gesorgt, dass die Weißfäule Deinem Wirt ganz einfach die
Standkraft raubte. Einfach so, kein Sturm, nur ein heißer Sommerwind hatte
die esche gefällt.
Die Esche lag. Und Deine Poren, die sonst immer nach unten gerichtet waren,
schauten mich klagend an.
Wegen Deiner Größe meinte ich, dass ich mal den Direktor des
Naturkundemuseums der Landeshauptsstadt frage, ob er Deine sterblichen -
immer noch üppigen - Überreste haben wolle - er wollte.
Ich fragte die Dame vom Liegenschaftsamt, auf wessen Flur denn nun die Esche
wuchs - es war Gemeindeland und die Dame hatte auch gleich den
Bürgermeister informiert.
Als wir Dich eben besuchten, war nicht nur der vor Ort, sondern gleich auch
noch ein Pressevertreter, der davon ausging, dass Du etwas dargestellt
hast zu Lebzeiten wenn sich sogar der Direktor eines Museums höchstselbst
für Dich interessiert. Ich musste ein Interview geben und aus Deinem Leben
berichten und morgen erscheint ein Bild von uns beiden, dem Bürgermeister
und dem Museumsdirektor in der Presse.
Deine sterblichen Übberreste werden nun tatsächlich durch Kameraden der
Ortsfeuerwehr aus Deinem Wirt geschnitten weden und irgendwann werden wir
uns im Museum wiedersehen.

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