Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...
Lieber Wolfgang,
dass Armillaria so gut erforscht sein soll, wage ich nicht zu bezweifeln. Nur, wo findet man die Auflistung der dann wohl anerkannten Taxonomie mit den entsprechenden Merkmalsbeschreibungen? Wäre lieb, wenn du uns alle ein wenig schlauer machen könntest.
Gruß vom „Pilzmann“.
Hallo,
für mich zeigt das erste Bild typische "gallica" (=lutea - dieser
Name scheint sich neuerdings doch durchzusetzen): leuchtend gelbes Velum,
zwiebeliger Fuß, geselliges (nicht büscheliges) Wachstum, eher
spinnwebartiger Ring, Hut schuppig bis zum Rand. Leider ist die Art nicht
immer so typisch wie auf Deinem Bild, und dann geht das Gerate los.
A. cepistipes wäre ähnlich, kenne ich aber nicht aus eigener Anschauung, ist
aber von der Ökologie wohl streng collin-submontan.
Das zweite Bild zeigt typische mellea - diese Art lässt sich übrigens als
einzige mikroskopisch in wenigen Minuten eindeutig abgrenzen, weil sie als
einzige keine Schnallen hat.
Das Artkonzept in der Gattung Armillaria ist so gut erforscht wie in keiner
zweiten Pilzgattung. An der Arten-Aufteilung gibt es nichts zu deuten
(wobei Ludwig dennoch die Sippen cepistipes und pseudobulbosa trennt,
obwohl sie sich als interfertil herausgestellt haben). Leider überlappen
aber die bekannten makroskopischen und mikroskopischen Trenmerkmale
zwischen ostoyae, gallica/lutea, borealis und cepistipes, so dass der
Feldmykologie sich wohl damit abfinden muss, dass einige Kollektionen nur
per Gentest einen Namen bekommen können. Das heißt aber nicht, dass man
typischen Kollektionen nicht auch einen Namen geben sollte.
Grüße,
Wolfgang Prüfert