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Re: Calycellina spec.

Ingo Wagner, (vor 6193 Tagen) 4.044 Beiträge @ BO

Hallo Bernd!

Deine Antwort bringt mich schon mal etwas weiter. Scheinbar hat populina doch keine septierten Haare, wenn es so viele Autoren schreiben. Im Raitviir sind sie dennoch 20-40 µm lang beschrieben, also mindestens mit Lupe gut zu erkennen.

Zuvor eine Frage: Was ist der OCI-Wert der Ascosporen und wo wird er
definiert?

OCI = oil content index (Maß des Ölinhaltes), gibt OCI 0 bis 5

OCI = 0 = kein Öl
OCI = 1 = ca. 3%
OCI = 2 = ca. 10%
OCI = 3 = ca. 25%
OCI = 4 = ca. 50%
OCI = 5 = ca. 80%

Ich denke, die Erfindung des OCI kommt wohl von Baral. Genau weiß ich es aber nicht.

Ich habe hier diverse Bücher zur Verfügung, so dass ich vorschlagen würde,
bei Blatt-bewohnenden Ascos die Doktorarbeit von Arendholz zu benutzen:

Könnte ich gut gebrauchen.

Die Pezizella pilosa Arendholz (S. 41) hat nun tatsächlich Haare und ein
Ectalexcipulum aus Hyphen des prismatica-Typs.

Wäre schon ein kleiner neuer Favorit, obwohl nur prismatische Excipulumzellen auch nicht gut passen.

Die Phialina plowrightii Arendholz (S. 53): Hier auch Haare; Ectalexcipulum
prismatica bis intricata.
Nach dem Index Fungorum zufolge soll Pezizella pilosa nur ein Synonym von
Calycellina punctata sein,

Nun, wenn es so wäre, würde pilosa natürlich wieder wegfallen. Ich hatte punctata kürzlich erst: hat schmälere und viel längere Sporen, außerdem sind Apothezien von Anfang an gelb.

während Phialina plowrightii ein Synonym von
Philalina pseudopuberula sein soll.

pseudopuberula fällt auch weg, denn die hat einen anderen Haartyp (zylindrisch, sich etwa ab Mitte abrupt verschmälernd, beinahe peitschenartig)

Letztendlich habe ich auch kein Problem damit, den Pilz ohne gültigen Namen abzuheften, wäre nicht der erste. Wollte zuvor aber erst mal nachfragen, ob´s wer weiß.

Vielen Dank für deine Ausführungen, waren hilfreich!

VG Ingo W

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