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Re: Apropos Französisch ...

MartinB, (vor 6174 Tagen) 1.875 Beiträge @ Till

Hallo Till,

diesen "Dampf" kann ich gut verstehen. Ich habe mich kürzlich auch in Herrn Melots Forum angemeldet. Es galt dabei "Verträge" zu unterschreiben, deren Länge die Kapazität einer email überschritten und deshalb stufenweise nachgereicht wurden. Selbstverständlich habe ich diesen Kram nicht komplett durchgelesen, da ich eh nur "Zuschauer" bzw. "Mitleser" werden wollte, einfach deshalb, weil da hochkarätige Mykologen dabei sind.
Meine Erwartungen wurden jedoch gerade durch die von dir zitierten Ereignisse enttäuscht. Mißverständnisse, sinnloses Eingreifen eines militärischen "Moderators"....
Falls Herr Melot das hier liest und er versteht mit Sicherheit Deutsch, bin ich ab morgen gesperrt! ;-)
Und wie du sagst, in Ascofrance redet jeder, wie ihm der Schnabel gewachsen ist: englisch, französisch, spanisch, italienisch und manchmal auch deutsch. Sozusagen so, wie man kann, oder im Hinblick darauf, welche Leute man erreichen will. Niemand beschwert sich, es funktioniert einfach, weil das gemeinsame Interesse das Verbindende ist und keine Äußerlichkeiten. Wenn dort jemand einen für mich interessanten Pilz mit einer Beschreibung in Suaheli einstellen würde, würde ich auch versuchen, der Beschreibung z.B. mit dem Google-Übersetzer zu folgen und wenn ich was dazu zu sagen hätte, ihm auch auf diesem Wege zu antworten.
Bei Ascofrance ist sogar eine Online-Übersetzungsfunktion eingerichtet, die allerdings auch schon zu lustigen Ergebnissen geführt hat. ;-)

Englisch in seinen Grundfunktionen (wer kann schon "wirkliches" Englisch?) ist doch heutzutage nix anderes als Esperanto für Jedermann... Und auch ein Herr Melot wird daran nix ändern können.

Jetzt verplaudere ich mich aber.

Mit besten Grüßen,

Martin

Hallo, Gemeinde,
Werner ist kürzlich im Galerina-Thread kurz auf das französische Forum
eingegangen. Ich beteilige mich da auch manchmal, weil es viele gute
Informationen enthält. Aber vor ca. 10 Tagen, als der Moderator, Jacques
Melot, einen Italiener, der sich zum ersten Mal beteiligte, in äußerst
rüder Form abkanzelte, weil dem ein paar englische Brocken unterlaufen
waren - der arme Kerl hat wahrscheinlich ein für alle mal genug von den
Pilzen -, ging mir dann doch der Hut hoch.
Ich raffte mich - wie vor Jahren schon mal - zu einem kleinen Protest auf -
ein einfaches Beispiel ohne Polemik. Übersetzt klang er ungefähr so:
"Ein Este und ein Tscheche sprechen beide ihre Muttersprache und als
Fremdsprache Englisch. Diese beiden Europäer können und dürfen überall auf
der Welt miteinander kommunizieren, nur nicht in diesem Forum, das das
Adjektiv "Europaea" im Namen führt.
Im Forum "Ascofrance" (wo englische Beiträge erlaubt sind) las ich
das Profil einer Teilnehmerin aus Finnland. Sprachen: Finnisch, Englisch,
Schwedisch.
Im Forum Mycologia Europaea darf diese Teilnehmerin nur auf Finnisch
teilnehmen, weil ihr Englisch auf dem Index steht.
Lasst uns alle Finnisch lernen!"
Dieser Beitrag wurde vom Moderator zensiert, d. h. er erreichte das Forum
nicht.
Soll man da noch mitmachen? Wie gesagt, ich schätze die Informationen sehr
und glaube, dass man auf das Fachwissen der vielen hochkarätigen
Teilnehmer fast nicht verzichten kann, aber langsam habe ich das Gefühl,
es reicht.
Sorry, ich musste mal Dampf ablassen.
Till
PS: Für alle, die die Regeln bei Mycologia europaea nicht kennen: Man darf
dort nur auf Französisch und in seiner jeweiligen Muttersprache
kommunizieren. Dahinter steckt die Ideologie, dass das Englische Teil
einer langfristig angelegten, gnadenlosen angelsächsischen
Welteroberungsstrategie und eines Sprachimperialismus zu Lasten aller
anderen Sprachen ist. Sie wird im übrigen von einigen Teilnehmern am Forum
durchaus geteilt (und nicht nur solchen aus Frankreich). Andererseits gibt
es viele Franzosen, die JMs "Anglophonophobie" nur akzeptieren,
weil ihnen nichts anderes übrig bleibt, wenn sie weiter von dem ansonsten
beispielhaften Forum profitieren wollen. JM ist also nicht "die
Franzosen" (@ Werner...).
Ich frag mich halt, ob ausgerechnet wir Mykologen die europäische Kulturen
und Sprachen retten müssen, indem wir den aktuellen Ideenaustausch mit
Kollegen in anderen Sprachgebieten (z. B. Osteuropas) aus rein
ideologischen Gründen so erschweren.

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