Re: Arbeitsgemeinschaft AMANITA - wer hat Lust?
Servus Andreas,
hm, Clitocybe reizt mich schon seit langem *grins*. Nein, ganz im ernst: Ich habe vor zwei/drei Jahren begonnen, mich intensiv in die Scheidenstreiflinge einzuarbeiten. Mein einziges Problem: die liebe Zeit... Wobei es vorraussichtlich in einem Jahr diesbezüglich deutlich besser aussehen wird.
An einer AG Amanita bin ich sehr interessiert. Der Erfahrungsaustausch und die Kommunikation unter Spezialisten ist bezüglich der möglichen Synergien nicht hoch genug einzuschätzen. Zudem hat es den Vorteil, dass man gemeinsam schneller interessante Aufsammlungen tätigen kann...
Eher ein Problem habe ich mit dem Ziel der Monographie. Hierzu gehören, will man es wirklich gut und seriös machen, Typusstudien der beschriebenen Arten. Es wird auch schwierig sein, innerhalb der Gruppe einen kompatiblen Bearbeitungsstand zu entwickeln, sodass es wirklich auf eine im Niveau gleichmaßig gute Monographie hinausläuft, wenn mehrere Autoren beteiligt sind.
Besser gefällt mir da das Konzept des Amanita-Sonderbands der Gruppo micol. Bresadola (in dem Du zusammen mit Tuloss über Amanita lactea publiziert hast).
Mein Vorschlag:
Die Ziele erstmal etwas tiefer stecken (damit niemand abgeschreckt wird), Hilfestellungen geben, wie man Aufsammlungen richtig dokumentiert (Stichwort Merkmalsliste - sowohl makroskopisch als auch anatomisch) und erst, nachdem sich die Gruppe aufgebaut hat, schauen, was man mittelfristig erreichen kann.
Primär würde ich empfehlen, den Mitgliedern (bei Bedarf) Hilfestellung bei Publikationen zu geben.
Publikationsorgane gibt es genügend, die Artikel annehmen würden:
ÖZP, Z. Mykol., Mycol. Bav., Tintling...
Langer Rede kurzer Sinn:
Bin dabei! Kann aber erst ab Mitte 2011 richtig aktiv werden (was nicht heißt, das ich vorher gar nichts mache ^^)
Selber habe ich zwar erst zwei Artikel über Amaniten geschrieben (einmal in der Z. Mykol. zum Thema Kaiserling / Fliegenpilz und einmal in der Mycol. Bav. - ist im Druck), aber ich möchte hier in Zukunft deutlich mehr machen...
Liebe Grüße
Christoph
Liebe Pilzfreunde,
schon seit längerem würde ich mir wünschen, dass in Deutschland die
Interessen für einzelne Pilzgruppen/-gattungen besser gebündelt würden. In
nicht wenigen Bereichen gibt es Einzelkämpfer, die untereinander zwar oft
Kontakt haben, aber nur selten an einem zielgerichteten Projekt
zusammenarbeiten.
Eine Gattung, die mir besonders am Herzen liegt, und für die ich noch
wesentlichen Nachholbedarf in Deutschland (besser Zentraleuropa) sehe, ist
die Gattung Amanita .
Deshalb möchte ich hier für eine Arbeitsgemeinschaft Amanita werben und
alle Interessenten jedwelchen Kenntnisstandes herzlich auffordern, ihr
mögliches Interesse an einer Mitarbeit kundzutun.
Wie stelle ich mir also so eine AG vor?
Zielsetzung : Prinzipielles Ziel ist es, das Artenspektrum der Gattung in
Deutschland (Zentraleuropa? Europa?) zu erfassen und zu dokumentieren.
Jede Art sollte mit einer ausführlichen Beschreibung (makro- und
mikroskopisch) und gutem Bildmaterial dokumentiert werden, Ökologie und
Verbreitung sollen erfasst werden.
Ich stelle mir vor, dass sich die AG von vornherein einen Zeitrahmen von
(Vorschlag) 10 Jahren setzt, und danach eine Monographie vorlegt, die dann
publiziert werden soll (Beiheft Z. Mykol.? IHW-Verlag? ....). Die AG
könnte jährlich eine Art Arbeitsbericht in der Z.Mykol. publizieren, wo
erste Ergebnisse oder einfach nur die bisherige Tätigkeit kurz vorgestellt
werden.
Ich halte es auch für möglich, dass eine Uni oder entsprechende
Forschungseinrichtung gefunden werden kann, die Sequenzierungen vornehmen,
so dass auch molekulare Ergebnisse einfließen könnten.
Warum gerade Amanita ?
Abgesehen davon, dass ich diese Gattung irgendwie mag, hat sie eine ganze
Reihe von Vorteilen gegenüber manch anderen Gattungen: * Sie ist als
Gattung gut definiert
* Die Artenzahl in Europa ist einigermaßen überschaubar
* Gute Mitarbeitsmöglichkeit auch für weniger weit fortgeschrittene
Pilzinteressierte, da etliche Arten unkritisch und häufig sind
* Genügend Forschungsspielraum um auch für spezialisierte Mykologen
interessant zu sein (z.B. braune/graue Scheidenstreiflinge,
Mikrobeschreibung von vielen Arten unzureichend dokumentiert)
* Es gibt bisher keine deutschsprachige Monographie
* Die Gattung ist von weitem Interesse und Bedeutung ökologisch wie
kulinarisch
* Es bestehen gute Kontakte zum weltweit führenden Amanita-Spezialisten
Rodham Tulloss
* Es gibt reichlich gute Literatur und auch unpublizierte Arbeitsgrundlagen
(Tulloss)
Ich würde mich sehr freuen, wenn es an Amanita interessierte Pilzfreunde
und Mykologen gäbe, die an diesem Projekt mitarbeiten wollen. Falls sich
da ein paar finden, würde ich als nächsten Schritt an die DGfM
herantreten, mit der Bitte um Unterstützung in manchen Bereichen. Die
Finanzierung von jährlichen Treffen dürfte wohl eher nicht machbar sein,
aber ich denke da an Publikationsmöglichkeiten, Vermittlung von
Ansprechpartnern an Unis (Sequenzierung), Hilfe bei der Ausleihe von
Herbarmaterial, Finanzierung von Vortragshonoraren falls ein Spezialist
eingeladen werden kann, und ähnliches.
So, nun bin ich gespannt, ob die Idee Anklang findet.
Natürlich ist Amanita nicht die einzige Gruppe, die eine AG verdient hätte.
Wie wär’s z.B. mit Melanoleuca oder Clitocybe ? Dann aber ohne mich
....
beste Grüße,
Andreas
