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Harry, (vor 9193 Tagen) 1.009 Beiträge @ Harry

Hallo zusammen,
viel Regen bekamen wir Saarländer in den letzten Tagen ja nicht gerade ab.
Der Waldboden ist nur scheinbar gut durchnäßt. Beim Kratzen mit dem
Pilzmesser muß man aber feststellen, das die Feuchtigkeit nur wenige cm in
die Tiefe reicht.
Trotzdem habe ich in einem Laubmischwald über Kalk ( bei Zweibrücken/Pfalz )
unerwartet doch ein paar Pilzchen gefunden.
Amanita phalloides - grüner Knollenblätterpilz
Amanita citrina - zitronengelber Knollenblätterpilz
Amanita rubescens - Perlpilz
Amanita vaginata - grauer Scheidenstreifling
Boletus reticulatus - Sommersteinpilz
Cantharellus cibarius - Pfifferling
Clathrus archeri - Tintenfischpilz
Collybia marasmioides - büscheliger Rübling
Daedaleopsis confragosa - rötende Tramete
Entoloma sinuatum - Riesenrötling
Fuligo septica - gelbe Lohblüte
Hapalopilus nidulans - zimtfarbener Weichporling
Phallus impudicus - Stinkmorchel
wuchs aus einem ca. 50 cm hohen, morchen Baumstamm schräg heraus. Sah so
richtig unanständig aus. *gg*
Pluteus cervinus - rehbrauner Dachpilz
Polyporus umbellatus - Eichhase
Russula virescens - gefelderter Grüntäubling
Russula delica - blaublättriger Weißtäubling
Russula cyanoxantha - Frauentäubling
Russula lepida - Zinnobertäubling
Russula atropurpurea - purpurschwarzer Täubling
Russula foetens - Stinktäubling
Lactarius azonites - rauchfarbener Milchling
80% der vorgefundenen Pilze waren schon ziemlich alte Schlappen.
Speisepilzsammler wären heute nicht auf ihre Kosten gekommen.
Zwei Röhrlinge fehlen noch auf der Fundliste. Hier die Fotos:

Welche Arten sind hier zu sehen??
Ist vielleicht nicht so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht. Oder??
Bye Harry

Hallo zusammen,

bei der ersten Abbildung handelt es sich um Xerocomus lanatus, einer dem braunen Filzröhrling ( Xerocomus subtomentosus var. ferrugineus = X.spadiceus ) sehr nahe stehenden Art. Xerocomus lanatus wird heute von einigen Autoren als eigenständige Art angesehen. Andere sehen ihn nur synonym zur ferrugineus.
Mein Fund zeigte eine deutliche und sofortige NH3 Reaktion der Huthaut zu blau-grün, was in der einschlägigen Pilzliteratur für X.lanatus beschrieben wird. Bei X.ferrugineus bleibt die Huthaut bei Berührung mit Ammoniak so gut wie unverändert.
Die beiden abgebildeten Fruchtkörper rochen sehr stark schwefelartig, ein Merkmal das in keinem meiner Bücher beschrieben wird. Mich würde sehr interessieren wer von euch diesen Schwefelgeruch auch schon einmal wahrgenommen hat.

Um Leccinum nigrescens = L crocipodium, ( schwärzender Rauhfuß ), handelt es sich auf der zweiten Aufnahme. Ich finde diese Art recht selten, nie in größerer Stückzahl im Laubwald über Kalk.

Matzinger lag also goldrichtig. Glückwunsch.

Bye Harry

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