Re: Pilzfragen vom Hochmoorrand
Hallo zusammen,
"Hochmoorrand" stimmt zwar, aber nicht typisch, sondern tief
drainiert und deshalb knochentrocken, wenns länger nicht geregnet hat.
Beide Pilze wuchsen auf Fichtennadelstreu.
1. Der Hutdurchmesser ist 12 mm. Der Hut ist feucht von geschmolzenem Schnee,
nicht etwa klebrig. Die (fast weißen)Lamellen sind angeheftet, angedeutet
ausgerandet. Sporen nur wenige, wahrscheinlich unreif (kein Wunder bei
durchgefrorenen Pilzen, denk ich) 5x2,5µm, glatt. Schon mit der Lupe (und
auf dem Foto) sieht man die Pleuro-, Cheilo- und Caulocystiden. Sie alle
sind flaschenförmig und enden in einer knopfig-kugeligen Verdickung (nur
wenig dicker als Flaschenhals). Die Cheilocystiden sind überwiegend
dickbauchig, 40 µm lang. Die Pleurozystiden sind sehr schlank und haben
einen dünnen Bauch im basalen Drittel. Die Caulozystiden sind bis 70 µm
lang und liegen formmäßig zwischen den Cheilo- und Pleurocystiden. Die
Hutdeckschicht sieht bei meinem Schnitt aus wie ein Epithel, also als
würde man auf ein Pflaster schauen. Mit meinem Bestimmungsschlüssel
(Bresinsky) ende ich bei Marasmius. Aber ob das stimmt? Was meint Ihr?
2. Den hab ich einfach per Auge zu Mycena metata erklärt. (Der Stiel ist
nicht rillig)Könnte das stimmen?
Etwas Besonderes gerochen hab ich bei keinem von beiden, wenngleich sie
völlig verschieden riechen. (Mit den Gerüchen ist das für mich ne ulkige
Sache, ich riech einfach nicht das, was in den Büchern steht. Neulich
stand ich vor einem großen Weißen, den ich dann ehrenhalber zum
Mehlräsling erklärt habeVon dem steht überall, er rieche nach Mehl.
Für mich roch der, als würde man mir ne Schachtel Mohrenköpfe unter die
Nase halten - absolut phantastisch. Oder kürzlich ein Dorniger
Stachelbart: im Laux steht "Geruch angenehm", ich hab den Duft
einer perfekten Cremeschnitte beim Konditor in der Nase gehabt. )
Viele Grüße
Dieter
Hallo,
halte Deinen Pilz eher für eine Mycena. Vielleicht hast Du bei Deinem Schnitt die äußerste Hutdeckschicht nach im Präparat nach unten gelegt oder weggedrückt und siehst in Wirklichkeit die Zellen der Subkutis. Die divertikulaten Hyphen der Mycena-HDS ist gar nicht immer leicht zu sehen.
aber selbst wenn's 'ne Mycena wäre hätte ich eigentlich keine Idee für die Art. Hydropus sieht wohl auch ähnlich aus, aber da kommt eigentlich auch keine mir bekannte Art in Frage.
Zu 2.: Ja, würde ich als Aus-der-Hand-Bestimmung auch als Mycena metata ansprechen. Aber die Gruppe ist nicht einfach und ich habe kaum Erfahrung damit.
Gruß,
Andreas
Von dem steht überall, er rieche nach Mehl.