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Re: Pilzfragen vom Hochmoorrand

Thomas M., (vor 9125 Tagen) @ DieterB

Hallo zusammen,
"Hochmoorrand" stimmt zwar, aber nicht typisch, sondern tief
drainiert und deshalb knochentrocken, wenns länger nicht geregnet hat.
Beide Pilze wuchsen auf Fichtennadelstreu.
1. Der Hutdurchmesser ist 12 mm. Der Hut ist feucht von geschmolzenem Schnee,
nicht etwa klebrig. Die (fast weißen)Lamellen sind angeheftet, angedeutet
ausgerandet. Sporen nur wenige, wahrscheinlich unreif (kein Wunder bei
durchgefrorenen Pilzen, denk ich) 5x2,5µm, glatt. Schon mit der Lupe (und
auf dem Foto) sieht man die Pleuro-, Cheilo- und Caulocystiden. Sie alle
sind flaschenförmig und enden in einer knopfig-kugeligen Verdickung (nur
wenig dicker als Flaschenhals). Die Cheilocystiden sind überwiegend
dickbauchig, 40 µm lang. Die Pleurozystiden sind sehr schlank und haben
einen dünnen Bauch im basalen Drittel. Die Caulozystiden sind bis 70 µm
lang und liegen formmäßig zwischen den Cheilo- und Pleurocystiden. Die
Hutdeckschicht sieht bei meinem Schnitt aus wie ein Epithel, also als
würde man auf ein Pflaster schauen. Mit meinem Bestimmungsschlüssel
(Bresinsky) ende ich bei Marasmius. Aber ob das stimmt? Was meint Ihr?
2. Den hab ich einfach per Auge zu Mycena metata erklärt. (Der Stiel ist
nicht rillig)Könnte das stimmen?
Viele Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

bei aller Vorsicht, die man bei der Bestimmung nach Potos walten lassen sollte, wage ich doch mal einen bzw. zwei Tipps:

1. Der Pilz sieht stark nach einem Zapfenrübling (Strobilurus oder Nagelschwamm nach Moser) aus. Dazu passen auch die kleinen Sporen, deine Beschreibung der Zystiden und nicht zuletzt deine Beobachtung der Huthaut. Nagelschwämme haben eine hymeniforme Huthaut und von oben gesehen sieht das aus, "als würde man auf ein Pflaster schauen". Passt haargenau! Alles was deinem Pilz zu einem Zapfenrübling fehlt, ist der Zapfen und der ist oft tief in der Nadelstreu vergraben und leicht zu übersehen, wenn man nicht gezielt nachgräbt.
Also vermutlich handelt es sich bei deinem Pilz um den Fichtenzapfen-Nagelschwamm - Strobilurus esculentus.

2. Klar das ist eine Mycena. Aber bestimmen kann man die wirklich nicht nur nach einem Photo. Ich tippe trotzdem mal: Der Weißmilchende Helmling - Mycena galopus käme makroskopisch gut hin (auch wenn er keine Milch mehr hatte). Der lässt sich eigentlich immer gut an seinen großen, zylindrischen Sporen (bis 15 µm) erkennen. Vielleicht kannst Du das noch nachprüfen. Aber natürlich kann es auch eine völlig andere Art sein, es gibt haufenweise Mycenen, die genau so aussehen und sich nur mikroskopisch unterscheiden lassen.

Gruß
Thomas

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