Re: Auflösung
...und keiner hat's erraten (war auch schwer): es ist der
"Stammvater" aller blauen Rötlinge (Entoloma Sektion Cyanula),
der blaue Zwerg-Rötling, Entoloma cyanulum.
Er ist leicht erkennbar am bis zur Mitte durchscheinend gerieften Hut mit
deutlichen (Grau-)Blautönen. Außerdem ist es eine kleine Art, der Hut nie
größer als ein 2-Cent-Stück.
Die vorgeschlagenen Arten unterscheiden sich wie folgt: lividocyanulum:
brauner, glatter Hut
chalybaeum: schwarzblauer, kaum geriefter Hut und blaue Lamellen
carneogriseum: brauner Stiel, nur jung blaue Töne im Hut
asprellum: brauner Hut
mougeotii: ganzer Pilz schiefergrau, nicht durchscheinend gerieft.
E. cyanulum versteckt sich in Rheinhessen gerne im etwas höheren Gras auf
oberflächlich versauerten, mageren Wiesen, z.B. Borstgrasrasen.
Von dem Pilz ist das hier meines Wissens die erste photographische Abbildung,
die "veröffentlicht" wurde. Bisher gab's nur schlechte
Aquarelle.
Hallo Wolfgang,
war leider Abstinent und stosse erst heute auf das (bereits aufgelöste) Rätsel. Hatte E. cyanulum auch schon, aber erst zwei Mal, die Magerwiesen sind nicht so mein Gebiet mangels Biotopen.
Du hast recht damit, dass sie eigentlich unschwer erkennbar ist aufgrund der Größe und Standort. Falls Du an einer "aff. cyanulum"-Kollektion aus einem bachbegleitenden Eschen-Mischwaldstreifen (mit Lepioten und Limacella) interesse hast, schicke ich Dir gerne zu. Allerdings hat sie auch schon Wölfel gesehen und nichts konkretes sagen können.
Übrigens gibt's von E. cyanulum ein bereits publiziertes Farbfoto in der Zeitschrift SVAMPE 21 von 1990, vermutlich von Petersen oder Vesterholt. (Ohne Gewähr ob's nicht doch ein Aquarell ist, hab das Heft nicht zur Hand).
Gruß,
Andreas