Re: B. terrestris und B. fusispora
Ein freundliches Hallo in diese interessante Diskussionsrunde!
Joschi schrieb:
"Da muss ein richtiger Fachmann ran. Nobi?"
Nun ja, ich muss gestehen, dass ich die beiden Arten bisher erst wenige Male fand. Ich glaube aber, dass Olariaga & Hansen (2011) die Unterschiede beider Arten dank aktueller Funde recht gut darstellen.
Vieles Wichtige ist in diesem Thread ja bereits gesagt worden.
Ich fasse nochmals zusammen:
- B. fusispora ist intensiver gefärbt als B. terrestris. Sie hat etwas größere, mehr orangerote Apothecien im Vergleich zu den eher gelborangen von terrestris.
- Demzufolge sind die Guttulen der Paraphysen deutlich dunkler gefärbt als die mehr gelblichen von terrestris. Zudem sind die Paraphysen von fusispora weniger gekrümmt.
- B. fusispora hat längere und schmalere Sporen.
- Während B. terrestris idR dicht rasig wächst, ist das Wachstum von fusispora eher gesellig bis leicht rasig.
- Ein Subiculum ist bei B. fusispora kaum ausgeprägt, im Gegensatz zu dem meist kräftigem bei B. terrestris.
Ein wichtiger Aspekt, der bisher kaum erwähnt wurde, ist die Ökologie.
So bevorzugt B. fusispora sandige Böden (zB. Heidelandschaften) sowie vom Feuer beeinflusste Stellen, während B. terrestris an von Dung und Urin beeinflussten Stellen fruktifiziert.
Außerdem scheint letztere Art +/- montan verbreitet zu sein und ist nach meinen Beobachtungen eher eine Frühlingsart.
Flachlandfunde sind womöglich die Ausnahme von der Regel.
Vor allem B. fusispora ist durch durch viele wunderbare Fotos in diesem Thread bereits sehr gut dokumentiert.
Deshalb von mir eine Collage von B. terrestris, wo man die gelblichen Paraphysen, die daraus resultierende gelborange Farbe der Apothecien und das Vorkommen neben Dung vom Rothirsch sehen kann.
![[image]](http://up.picr.de/16459620ng.jpg)
Den Fund verdanke ich meinem Pilzfreund Peter P., der mich im April des Vorjahres zu einer Rothirsch - Fütterungsstelle im Thüringer Wald führte.
LG Nobi