Richtig!
Rainer hat m.E. vollkommen recht. Zwar sind typisch ausgebildete Stockschwämmchen mit etwas Übung relativ einfach zu erkennen, aber für Speisepilzsammler ohne Mikroskop und entsprechender Literatur (in vielen Bestimmungsbüchern fehlt der Gifthäubling) wird das sehr schnell zm Eiertanz.
Die Merkmale, welche die Beiden trennen sollen sind -mal mehr mal weniger- unzuverlässig.
- Größe: "Der Gifthäubling ist kleiner!" heißt es, aber der Gifthäubling kann an geeigneten Standorten genauso groß wie das Stockschwämmchen werden.
- Stielbeschuppung: "Stiele von Stockschwämmchen haben char. Schuppen, der Gifthäubling hat nur einen faserig überzogenen Stiel." Die Beschuppung des Stockschwämmchenstieles kann durch irgendwelche äußeren Einflüsse abwesend sein. Zum Beispiel wenn das vermeintliche Stockschwämmchen in aller Eile vom Strunk geerntet wird, und mit den Fingern die Schuppen unabsichtlich unkenntlich gemacht, oder gar entfernt werden Und wo zieht der Laie (so geht's auch mir - ich finde die Zwei wirklich ähnlich) die Grenze zwischen geschuppt und überfasert?
- Geruch: Die Sache mit dem Mehlgeruch ist völlig ungeeignet für eine sichere Bestimmung. Pilze mit der Nase zu bestimmen geht allzu leicht nah hinten los.
- Standort: Auch die Angabe, der Gifthäubling wachse nur auf Nadelholz ist falsch. Er kann genauso (wenn auch seltener) auch auf Laubholz vorkommen und auch genauso büschelig wachsen wie das Stockschwämmchen. Der Name Nadelholzhäubling ist daher wohl auch nicht gut gewählt...
Ich will nicht lehrerhaft klingen, das steht mir überhaupt nicht zu (wieso auch mit 21
) , jedoch bin ich persönlich bei Stockschwämmchen und Gifthäubling sehr vorsichtig geworden, seit ich an einem Haufen Häckselgut (Buche) büschelig wachsende Gifthäublinge von bis zu 6cm Hutdurchmesser gefunden habe. Bei der kleinsten Unsicherheit lasse ich vermeintliche Stockschwämmchen stehen. Es gibt noch andere eßbare Pilze, die gut schmecken.
Viele Grüße aus Freiburg: Eric