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Re: Richtig!

Christoph ⌂, (vor 8819 Tagen) 878 Beiträge @ Eric Strittmatter

Hi Eric,

du sprichst mi aus dem Herzen. Ich habe hier im PilzePilze-Forum schon ein paar Mal versucht, vor dem Gifthäubling zu warnen. Hatte aber schon mehrmals nen Rüffel bekommen (von wegen paranoid oder Leute verängstigen...). Ich habe mal im Tintling einen kurzen Artikel geschrieben, wo ich gezeigt habe, dass der Gifthäubling auch in Büscheln zu 200 Stück wachsen kann, mit hutdurchmesser bis 6 cm, so wie du das auch schreibst.
Die größten bekannten sollen bis 8 cm Durchmesser haben.

Zudem sind es DIE Gifthäublinge und nicht DER Gifthäubling. Die Arten sehen alle etwas anders aus, sind aber genauso giftig.

Auch den Mehlgeruch müssen sie nicht immer haben. Aber das alles wurde schon mehrfach durchgekaut.

Liebe Grüße, Christoph

Rainer hat m.E. vollkommen recht. Zwar sind typisch ausgebildete
Stockschwämmchen mit etwas Übung relativ einfach zu erkennen, aber für
Speisepilzsammler ohne Mikroskop und entsprechender Literatur (in vielen
Bestimmungsbüchern fehlt der Gifthäubling) wird das sehr schnell zm
Eiertanz.
Die Merkmale, welche die Beiden trennen sollen sind -mal mehr mal weniger-
unzuverlässig.
- Größe: "Der Gifthäubling ist kleiner!" heißt es, aber der
Gifthäubling kann an geeigneten Standorten genauso groß wie das
Stockschwämmchen werden.
- Stielbeschuppung: "Stiele von Stockschwämmchen haben char. Schuppen,
der Gifthäubling hat nur einen faserig überzogenen Stiel." Die
Beschuppung des Stockschwämmchenstieles kann durch irgendwelche äußeren
Einflüsse abwesend sein. Zum Beispiel wenn das vermeintliche
Stockschwämmchen in aller Eile vom Strunk geerntet wird, und mit den
Fingern die Schuppen unabsichtlich unkenntlich gemacht, oder gar entfernt
werden Und wo zieht der Laie (so geht's auch mir - ich finde die Zwei
wirklich ähnlich) die Grenze zwischen geschuppt und überfasert?
- Geruch: Die Sache mit dem Mehlgeruch ist völlig ungeeignet für eine sichere
Bestimmung. Pilze mit der Nase zu bestimmen geht allzu leicht nah hinten
los.
- Standort: Auch die Angabe, der Gifthäubling wachse nur auf Nadelholz ist
falsch. Er kann genauso (wenn auch seltener) auch auf Laubholz vorkommen
und auch genauso büschelig wachsen wie das Stockschwämmchen. Der Name
Nadelholzhäubling ist daher wohl auch nicht gut gewählt...
Ich will nicht lehrerhaft klingen, das steht mir überhaupt nicht zu (wieso
auch mit 21 ;-)) , jedoch bin ich persönlich bei Stockschwämmchen und
Gifthäubling sehr vorsichtig geworden, seit ich an einem Haufen Häckselgut
(Buche) büschelig wachsende Gifthäublinge von bis zu 6cm Hutdurchmesser
gefunden habe. Bei der kleinsten Unsicherheit lasse ich vermeintliche
Stockschwämmchen stehen. Es gibt noch andere eßbare Pilze, die gut
schmecken.
Viele Grüße aus Freiburg: Eric

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