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Birgit, (vor 8788 Tagen) 2.644 Beiträge @ Michael K.

Hallo Michael,

Falls man einen Gifthäubling mit Stockschwämmchen verwechselt hat, wann macht
sich das Gift im Körper bemerkbar?
Fakt ist, daß ich vor ca. drei Wochen mir eine Pilzsuppe aus versch. Pilzen
zubereitet hatte. U.a. auch Pilze, die ich als Stockschwämmchen angesehen
hatte und mit versch. Pilzbüchern auch so bestimmt hatte, auch der
deutlich geschuppte Stielwar vorhanden. Mir ist es auch nicht irgendwie
schlecht geworden oder so.
Falls es nun doch keine Stockschwämmchen waren, sonder der Gifthäubling, wie
lange dauert es bis sich das Gift bemerkbar macht???

Der Gifthäubling enthält Amanitin, das gleiche GIft also wie grüner und weißer Knollenblätterpilz. Nach dem wissenschaftlichen Namen vom grünen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) wird die Vergiftung Phalloides-Syndrom genannt. Die Latenzzeit bis zum ersten Auftreten von Symptomen beträgt 6-24 h (meist 8-12 h), beträgt also bei weitem weniger als 3 Wochen. Die ersten Symptome sind Übelkeit mit Bauchschmerzen und Bauchkoliken, verbunden mit Erbrechen und choleraähnlich wässrigen und dann blutigen Durchfällen.
Sieht man von Akkumulationsphänomenen (z.B. kahler Krempling und evtl. Frühjahrslorchel) ab, gibt es nur einen Vergiftungstyp der Latenzzeiten im Bereich von mehreren Tagen - zu max. 3 Wochen hat, das ist das Orellanus-Syndrom verursacht durch spitzgebuckelten Rauhkopf und orangefuchsigen Rauhkopf, die aber beide nicht auf Holz wachsen.
Deine Angst ist daher in meinen Augen vollkommen unbegründet. Wenn wirklich bei jedem einzelnen Pilz der schuppige Stiel vorhanden war, KANNST du keine Gifthäublinge gesammelt haben.

Noch ein kleiner Tipp an alle "Neu-Pilzsammler" was ich daraus
gelernt habe ist, daß wenn man sich sicher ist den Pilz richtig bestimmt
zu haben, beim Stockschwämmchen einfach ein zu hohes Risiko besteht, doch
den tödlich, giftigen Gifthäubling gesammelt zu haben.
Mein Fazit, davon lass ich die Finger !!!

Ich halte sehr viel von Vorsicht und auch ich schaue meine Stockschwämmchen immer sehr genau an, aber man soll sich auch nicht verunsichern lassen. Ist der Stiel des in Frage kommenden Pilzes unterhalb des Ringes deutlich schuppig, kann es kein Gifthäubling sein. Die anderen Merkmale des Stockschwämmchen müssen natürlich auch stimmen, sonst landet man womöglich noch beim sparrigen Schüppling ;-), der ziemlich bitter ist.

Herzliche Grüße

Birgit

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