Fragen zu Unterscheidungsmerkmalen
Guten Tag Herr Ebert,
vielen Dank für die Hinweise zum Unterschied Gifthäubling-Stockschwämmchen! Da ich heute eine Stelle mit "überreichen" Vorkommen entdeckt habe (sogenannter Erlenbruch) habe ich hierzu noch einige Fragen:
1. Bisher habe ich beim Stockschwämmchen aus Vorsicht immer alle Fruchtkörper eines Stumpfes auf die Schuppung am Stiel kontrolliert. Ist eine derartige Vorgehensweise wirklich vonnöten bzw. anzuraten? Wächst der Gifthäubling überhaupt auf Laubholz?
2. Leider ist insbesondere bei größeren, etwas älteren und "langstieligen" Fruchtkörpern die Schuppung des Stieles nicht so deutlich ausgeprägt bzw. zu erkennen. Auch fehlt häufig die Manschette komplett. Kann ich diese Fruchtkörper nach der "Stielfleisch-Methode" eindeutig bestimmen? (Davon ausgehend, dass am Stumpf auch Fruchtkörper mit eindeutig erkennbaren Stielschuppen vorhanden sind.) Ist das Stielfleisch beim Gifthäubling auf seiner ganzen Länge, d.h. bis direkt unter dem Hut schwärzlich?
Hat jemand vielleicht bezüglich der Merkmale Ring/Manschette und Stielfleisch entsprechende Vergleichsfotos?
3. Jahreszeit
Das Stockschwämmchen erscheint teilweise schon ab Mai. Ab wann ist mit den ersten Gifthäublingen zu rechnen? Gibt es so etwas wie eine überschneidungsfreie Vegetationszeit der beiden Arten?
Das sind jetzt gleich recht viele Fragen auf einmal. Ich bedanke mich jedenfalls schon mal recht herzlich für eure Antworten!
Viele Grüße
Johannes
Hallo Michael K.,
die Schuppung des Stieles beim Stockschwämmchen ist EINES von DREI wichtigen
makroskopischen Unterscheidungsmerkmalen, die alle am Stiel zu finden
sind. Ein weiteres ist die Teilhülle (Manschette, Ring): -beim
Stockschwämmchen eine deutlich häutige Manschette, beim Gifthäubling ein
filziger Ring, der nicht häutig ist.
-die Farbe des Stielfleisches (Stiel wird längs durchgeschnitten): beim
Stockschwämmchen weißlich, beim Gifthäubling schwärzlich, und dieses
Merkmal steht bisher in keinem Pilzbuch !!!
Man kann also die beiden Arten makroskopisch ganz gut auseinanderhalten.
Bei weiteren Stockschwämmchenmahlzeiten wünsche ich nicht nur guten Appetit
und Mut, sondern auch eine schärfere Beobachtung.
Liebe Grüße aus der Vulkaneifel, Heinz Ebert