Re: Prachtbecherlinge (4 Bilder), von EricS
Hallo Eric,
schöne Bilder von einem schönem Fund. Leider hatte ich noch nie das Glück, den Prachtbecherling zu finden. Mit den Mikromerkmalen kann ich dir nicht helfen, dafür beschäftige ich mich zu wenig mit Ascomyceten.
Gruß, aus dem noch sonnigem Ostthühringen, Andreas
Hallo zusammen,
nachdem mir die Frage nach den verschiedenen Prachtbecherlingen beantwortet
wurde, hier nun ein paar Impressionen.Gefunden wurden die Pilze am 07. März auf naß liegenden Ahorn-Ästchen (Acer).
Je dicker der Ast (das Ästchen) war, desto größer war auch der daraus
hervorgehende Fruchtkörper (stets einer pro Ast - wie ein ungeschriebenes
Gesetz). Teils waren die Äste tief im feuchten Lehmboden eingesenkt, sodaß
es den Anschein hatte, manche Fruchtkörper wuchsen direkt auf der Erde.Einige Worte zum Fundort: MTB 8112-1, n. Sulzburg, ca. 390m NN. Feuchter,
kraut- und totholzreicher, nach SW geneigter Ahornbestand mit
eingesprengten Erlen (die aber als Substrat nicht in Frage kommen).
Im Herbst finden sich in dieser Ecke gewöhnlich große Populationen des
Blutblättrigen (Zwerg-)Schirmlings (Melanophyllum haematospermum). In
unmittelbarer Nachbarschaft fand sich auch ein alter Bekannter wieder, der
Samtfußrübling (Flammulina velutipes).Bestimmt wurden die Pilze als Sarcoscypha coccinea, aufgrund der nicht
eingedellten Sporen und der i.d.R. nicht auffällig gekrümmten
Excipulumbehaarung. Ökologie (Ahorn!) und auch Sporen, die im Durchschnitt
etwa 3-4µ zu kurz und 0,5-1µ zu schmal waren, standen dem entgegen.
Deshalb habe ich noch ein Bild des Sporenpräparates (ungefärbt) gemacht.
Eine signifikante Delle oder "Platte" an den Polen der Sporen
sind nicht zu erkennen. Wo ist also der Fehler? Liegen die Maße im
Toleranzbereich und kommt S.coccinea auch auf Ahorn vor, oder habe ich ein
vielleicht noch juveniles Exemplar mikroskopiert?Für einen Anfänger wie mich bleiben da noch viele Fragen. Mal sehen, was als
nächstes auf dem Fundzettel steht.
Beste Grüße aus Südbaden: Eric