Re: Anemonenbecherling an Scharbockskraut?
Hallo,
soeben habe ich auf dem Karlsruher Unigelände einige Anemonenbecherlinge
(Sclerotinia tuberosa) gefunden. In unmittelbarer Nähe stand aber nur
Scharbockskraut (Ranunculus ficaria). Die nächsten Buschwindröschen (Anemone
nemorosa) waren ca. 1.5 m entfernt. 2 Möglichkeiten: 1. S. tuberosa kommt
auch an Scharbockskraut vor (in R. Phillips, Kosmosbuch
der Pilze ist es auch an einem solchen abgebildet, wenn auch in der deutschen
Übersetzung der Hinweis darauf gestrichen wurde)
2. Die Becherlinge wachsen auch auf nicht oberirdische Organe ausbildenden
Rhizomen von A. nemorosa.
Hat jemand schon mal Anemonenbecherlinge bei Scharbockskraut gefunden?
Georg
Hallo,
wir haben hier auch schon mehrmals gedacht, Anmeonen-Becherlinge ohne Anemonen gefunden zu haben. Beim Nachgraben (die Rhizomen sind immer unterirdisch!) stellten sich dann aber stets sklerotisierte Anemonen-Rhizome ein, auch wenn die nächsten sichtbaren Pflanzen meterweit weg standen. Die Becherlinge kommen sowieso stets an Stellen, an denen der Anemonen-Bestand lückig ist oder an dessen Rand. Es ist also nicht erstaunlich, dass manchmal Anemonen-Becherlinge scheinbar eher bei Scharbockskraut oder was da auch immer wächst vorkommt.
Nachgraben hat bei uns jedenfalls immer den Beweis erbracht, dass er nur auf Anemonen vorkommt.
Allerdings berichtet Häffner und andere im Rheinland-Pfälzisches Pilzjournal auch von Vorkommen bei Scharbockskraut, mit Beschreibung und Zeichnungen.
Mir sind die Scharbockskraut-Anemonenbecherlinge jedenfalls nie untergekommen, obwohl ich gezielt darauf achte und wir hier sehr viele bachbegleitenden Kleebwälder und andere Edelholz-Laubwaldgesellschaften haben, in denen Scharbockskraut Massenbestände bildet und in denen der Anemonenbecherling häufig ist.
Gruß, Andreas