Re: (Stein-)Pilze als pH-Indikatoren?
Hallo Andreas,
zuerst einmal Danke für Deine Antwort. Das angesprochene Gebiet ist sehr
heterogen: Der "Röhrlingsplatz" ist stark trittbelastet, mit
angesprochenen Baumarten. Vielleicht ists da ja saurer, weil die ganzen
Gäste vom Grillplatz über Jahre hinweg in den Wald gepinkelt haben
*gg* Gar so viel können sie wohl nicht gepinkelt haben, denn auf N-angereicherten Böden finden sich kaum mehr Mykorrhizapilze ....
Direkt gegenüber (d.h. auf der anderen Seite des Waldwegs) liegt die Stelle
mit den B.radicans, wobei sich hier mehr und mehr Fichten einstreuen. Hier
wachsen auch zuverlässig viele Herbsttrompeten, die ja auch nicht als
Säurezeiger gelten. Des weiteren ist hier auch, wenn auch seltener als in
anderen Waldstücken um Sulzburg, Hygrophorus nemoreus (neutrale bis
alkalische Böden bevorzugend) zu finden.
H. nemoreus finde ich in Stuttgart eigentlich eher auf den milder sauren Sandsteinböden, also nicht grad Buntsandstein, aber z.B. Schilfsandstein oder Keuperlehme mit beginnendem Polytrichum-Bewuchs (Polytrichum attenuatum ist ein Säurezeiger, der m.E. bei inselartig verteiltem Vorkommen beginnende bzw. schwache oder fleckweise Versauerung anzeigt).
Wieder 300m weiter beginnt ein Tannen/Buchen-Mischwald in dem ich auch die
Inocybe queletii gefunden habe. (Hat die nen Zeigerwert? Inocyben gibts in
Eurer Flora ja noch nicht.)
Beitrag 36814
Inocybe queletii ist ein Kalkzeiger, auch entlang kalkgeschotterter Wege über saurem Untergrund.
Beste Grüße,
Andreas
