Re: Fragen zum Thema Morcheln
Hi ajuga...
1. Hat schon jemand Spitzmorcheln in reinen Kiefernbeständen gefunden?
Nein, aber im reinen Fichtenwald - und in Weißtannenbeständen sollen sie über Kalk tels häufig sein.
2. Kann man Spitzmorcheln auch an solchen Stellen finden, an denen die
Halbfreie Morchel häufig auftaucht?
Warum nicht? Es gibt auch Spitzmorcheln bei Eschen oder Pappeln - und da gibts auch Käppchenmorcheln.
3. Sind Morcheln im allgemeinen eher im Mittelgebirge aufgrund entsprechender
Baumbestände wie Fichtenforste und Eschen (letzterr ist meiner Erfahrung
nach in der Norddeutschen Tiefebene viel seltener als in Mittelgebirgen)
zu finden?
Mittelgebirge?! Nicht unbedingt - Alpenvorland, Alpen etc. In der Nordd. Tiefebene scheinen Morcheln allegemein aber wirklich seltener zu sein...
4. Braucht man wirklich Kalkboden/Kalkstein als Untergrund? Immerhin wachsen
ja auf Nadel- oder Laubstreu über Kalkuntergrund auch Pflanzen, die nur
saure Böden lieben.
Die verrottende Laub- oder Nadelstreu säuert die
Oberfläche ja sehr stark an.
Häh?! Wo sollen dann Kalkarten wie Seidelbast, Türkenbund, Leberblümchen etc. pp. wachsen?! Nur außerhalb des Waldes? Nein nein, die Laubstreu säuert nur wenig und oberflächlich an, bei der Nadelstreu auch nur oberflächlich (hängt von der Zersetzungsgeschwindigkeit ab - es kann dicke Rohhumusauflagen im gebirge geben, die einfach nur sauer sind.
Viele Pflanzen haben Wurzeln, die tiefer als nur in die obersten wenigen Zentimeter des Bodens reichen. Auf Kalk wachsen nur "säureliebende" mit flachem Wurzelwerk (oder Moose)
Zu den Morcheln: ich fand selbige bisher nur über Kalk, was aber wohl auch daran liegt, dass ich hier im Süden soviel Kalk habe bzw. alle Alpenflüsse aus den Kalkalpen kommen (mineralreiches Wasser)
Grüße
Christoph