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Re: Psathyrellafrage im Speisemorchelgebiet

Andreas ⌂, (vor 8236 Tagen) @ Thomas aus D

Hallo,

P. efibulata ist ein recht kleiner, schmächtiger Pilz, der einzeln wächst und zumindest jung reichliches spinnwebartiges Velum hat. Er kann als Doppelgänger von P. canoceps angesehen werden und hat meiner Ansicht nach nix mit Deinem Fund zu tun. Ich habe allerdings keine Literatur zur Hand.
Wenn es Dir in 10 Tage noch reicht, kann ich Dir die Originalbeschreibung dieser P. efibulata einscannen.

Ansonsten kann ich Thomas nur zustimmen: Exsikkat machen!!

Beste Grüße,
Andreas

Hallo Sepp,
natürlich war auch mein erster Gedanke spadiceogrisea. Ich denke aber, dass
Du mit deinen Zweifeln richtig liegst. Für spadiceogrisea passt zu Vieles
nicht.
Wenn ich mit deinen Angaben dem Schlüssel von Kits van Waveren folge, komme
ich in die Untergattung Psathyrella ( P. spadiceogrisea steht in der
Untergattung Psathyra). Unter anderem weisen die von Dir beschriebenen
"bauchig aufgeblasenen" Basidien in diese Richtung. In dieser
Untergattung finden sich zahlreiche Arten mit wurzelndem Stiel. Bei einem
der liegenden Exemplare auf deinem Foto schaut unter dem Erdklümpchen so
ein weißes Schwänzchen raus. Könnte das eine wurzelförmige
Stielverlängerung sein? Oder eine Täuschung?
Die fehlenden Schnallen an den Hyphensepten sind außergewöhnlich in der
Gattung Psathyrella. Es sind bisher nur ganz wenige Arten ohne Schnallen
bekannt. Erst vor wenigen Jahren haben E. Ludwig und L. Örstadius eine
Psathyrella effibulata beschrieben. Die abgebildeten Fruchtkörper
(Zeichnung) und Zystiden passen recht gut zu deinen Fotos. Die früheste
Fundangabe für P. effibulata ist der 29. April also auch ok. Allerdings
hat P. effibulata keinen wurzelnden Stiel.
Nach den beiden Autoren erinnert die von Enderle als Psathyrella spec. 5 in
Beiträge zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas IX beschriebene Art an P.
effibulata. Leider habe ich den Artikel von Enderle nicht. Falls Du ihn
hast, kannst Du die Art ja auch vergleichen.
Gruß
Thomas
PS: Ich würde mal sicherheithalber ein Exsikkat anfertigen. Falls dein Fund
tatsächlich keine Schnallen hat, handelt es sich garantiert um eine
Rarität.

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