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Moorbirkenpilz? Und andere Fragen

Thomas Pruß, (vor 8063 Tagen)

Moin zusammen,
wir waren gestern in einem so genannten „Naturausgleichsgebiet“ Pilze suchen. Das ist ein ehemaliges Kiesabbaugebiet, das geflutet wurde. Es besteht aus einer Reihe kleinerer Teiche mit moorigen, moosbedeckten Ufern und einem Gürtel aus Birken und Salweiden. Neben bestimmt 10 Ringelanntern, von denen die größte gut einen Meter lang war, fanden wir auch diesen Pilz:

[image]

Aufgrund seiner schmächtigen Statur und seines etwas anderen Aussehens (z. B. wesentlich blasserer Hut als der des Birkenpilzes) gegenüber den reichlichen Birkenpilzen (Krombholziella scabra) und Buntfärbenden Birkenpilzen (K. variicolor) habe ich ihn als „Moorbirkenpilz“ (K. holopus) bestimmt.
Kommt das hin?

Nächstes Thema: Systematik!

Daneben fanden wir noch reichlich Gelbblättrige Ritterlinge (Tricholoma fulvum), Rotbraune Milchlinge (L. rufus) und, wenn ich alles richtig bestimmt habe, auch den Moosmilchling (L. omphaliformis).
Mykologisch gesehen, scheinen diese paar Hektar bei Hennstedt in Dithmarschen ziemlich interessant zu sein.

In einem Pilzbuch aus der DDR (Michael, Hennig, Kreisel: „Handbuch für Pilzfreunde“, VEB G. Fischer-Verlag, Jena, 1983) fand ich einen Pilz, der sich „Möhrling“, „Hartpilz“ oder „Doppelring-Trichterling“ nennt. Auf schlau: Catathelsama imperiale, (Quel. 1872) Sing. 1941.
Der ist ein paar Mal hin und her revidiert worden. Unter Synonyme steht er auch als:
• Agaricus imperiale (Fr. in Lund 1846 non Batsch 1873)
• Armillaria imperialis (Fr.) Quel. 1872
• Biannularia imperialis (Fr.) Beck 1922 und
• Clitocybe imperialis (Fr.) Ricken 1915

Diesen wohl sehr leckeren Pilz kenne ich durchaus NICHT! Wer kann da weiterhelfen?

Im selben Buch stieß ich auf eine Ungereimtheit mit meinem Bon:
Der Fuchsige Rötelritterling (Lepista inversa) (Scop.) Pat. ((Clitocybe inversa, auct)) aus dem Bon wird in dem DDR-Buch geführt als: „Fuchsiger RötelTRICHTERLING“ (Lepista flaccida (Sow. 1799 : Fr. 1821) Pat 1887. Unter Synonyme findet man aber auch den Namen „Lepista inversa“.
Die Beschreibungen ähneln sich aber. Wer hat sich hier verschrieben?

Grüsslis
Thomas

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