Re: Hebelomasalat
Hallo Helmut und Andreas,
Es gibt schon monografische Literatur zu Hebeloma, in erster Linie die Arbeiten von VESTERHOLT (Indusiatae, crstuliniforme-Gruppe - allerdings jeweils für Nordeuropa) und eine Gesamtbearbeitung von BON (erschienen in den Doc. Myc., ich glaube Heft 123, 2001)
Natürlich ist die Mikroskopie bei Hebeloma von ausschlaggebender Bedeutung. Allerdings sind gerade in der mesophaeum-Gruppe (Sekt. Indusiatae, also die beschleierten Fälblinge) die Zystiden recht einheitlich. Da geht nicht besonders viel. Dagegen sind die Sporen sowohl in Bezug auf Größe und Form als auch auf Dextrinoidität wichtig.
Makroskopisch wird auf das Bräunen des Stieles großen Wert gelegt, ferner auf Zwei- bzw. Einfarbigkeit des Hutes. Letzteres Merkmal ist diffiziel zu beurteilen, weil da natürlich auch Witterungseinflüße und Velumverhältnisse eine Rolle spielen.
Gerade die beschleierten Fälblinge mag ich eigentlich sehr gerne und ich denke auch einige Arten schon gefunden zu haben. Wie immer ist es natürlich fraglich, ob es so viele Arten gibt wie BON ausschlüsselt, aber immerhin dürfte doch ein Großteil davon eigenständige Taxa darstellen, auf welcher Rangstufe auch immer.
@Helmut: Ich bin an Hebeloma immer interessiert, falls Du mir Belege schicken magst und ich mir über den Winter Zeit lassen kann, würde ich mich drüber freuen.
beste Grüße,
Andreas
Servus Pilzmel,
Hebeloma ist natürlich keine einfache Gattung und H. mesophaeum dazu noch
vielgestaltig. Eine zusammenfassende Gattungsmonographie gibt es m. W.
bisher auch nicht. Aber nicht Kollektionen, die einen helleren Rand haben,
gehören deshalb automatisch zu H. mesophaeum. Vergleiche doch einfach
nicht nur die Sporen, sondern auch die Cheilozystiden. Stimmen auch diese
in Größe und Form überein, dürfte es sich um die selbe Art handeln. Wenn
nicht, weißt Du zumindest, dass es eine andere Art ist.
In meinem Archiv ruhen etliche Kollektionen, die gut dokumentiert sind, aber
noch keinen Namen haben. Kommt Zeit, kommt Wissen.
Gruß
Helmut