Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz
Hallo Kazuya,
das finde ich großartig, daß Du uns coprophile Pilzarten vorstellen wirst.Auch ich habe bereits des öfteren tierische Exkremente einer optischen Untersuchung unterzogen bisher jedoch mit recht wenig Erfolg.Umso mehr freut es mich, daß Du gezielt Versuche anstellst und uns bestimmt den einen oder anderen interessanten Pilz präsentieren wirst.
Auf die nächsten Bilder wartend grüße ich freundlich
Detlef
Hallo,
mit der folgenden Beitragsserie möchte ich ins Jahr 2005 starten, das, wie
wir alle hoffen, uns viele viele Pilze bescheren wird. Ich kultiviere des
öfteren auch Pilze, aber nicht auf Holz oder Stroh, sondern auf Dung.
Natürlich erwarte ich keine essbaren Arten, sondern möchte einfach nur
untersuchen, wann welche Pilzarten erscheinen. Vielleicht ist ja auch mal
was Selteneres dabei. Sobald ich auf den 3 Aufsammlungen (Pferdemist und 2
Kuhfladen) irgendwas pilzliches entdecke, werde ich es fotografieren und
es hier im Fourm zeigen. Damit könnt ihr mitverfolgen, was sich innerhalb
von 20-30 Tagen auf solch einer Kultur tut.
Auf einer der Kuhfladen fand ich schon direkt am Standort (hier sind es knapp
4°C) einen orangegelblichen Becherling, der mir zunächst unbekannt war:
Coprobia granulata (Bull.: Fr.) Boud.
Fk. 0,5-4 mm breit, dick becher- bis scheibenförmig, stiellos dem Substrat
aufsitzend; Hymenium orangegelblich bis aprikosenfarben, glatt, etwas
konkav; Rand und Außenseite kleiig-granuliert, etwas dunkler als das
Hymenium. Asci und Sporen noch keine beobachtet, dafür bis 8 µm dicke
Paraphysen, die an ihrer Spitze bis 15 µm breit und oftmals einfach
verzweigt sind. Auffallend ist ihr orangefarbener Inhalt sowie ihre
mehrfache Septierung (meist im unteren Drittel).
Für mich steht trotz der fehlenden Sporen nahezu eindeutig fest, dass es sich
hierbei um Coprobia granulata (Bull.: Fr.) Boud., den Körnigen
Rinderdungbecherling, handelt. Neuderdings ist die häufige, vorwiegend auf
Kuhfladen zu findende Art in der Gattung Cheilymenia untergebracht.
Ins Bild hat sich noch ein kleiner Pilobolus geschmuggelt. In freier Natur
sind diese kleinen, zur Gruppe der Zygomycetes gehörenden Arten kaum zu
beobachten, dafür erscheinen sie "in vitro" schon nach 2-3
Tagen.
Auf den beiden anderen Aufsammlungen bilden sich gerade ebenfalls kleine
Becherlinge, die weißlich und (noch) kugelförmig bzw. winzig klein,
hellorange und behaart sind (= Lasiobolus?). Dazu später mehr, wenn sie
fotogen sind.
Fortsetzung folgt...
Viele Grüße,
Kazuya