Re: Ein Versuch mit der BaWü-Flora
Hallo Andreas,
Das Problem ist, dass darin erstens nicht alle
Leccinum-Arten aufgeführt sind
...was kein Nachteil sein muss, wenn man bedenkt, dass einige "Arten" nur unzureichend abgegrenzt sind.
und zweitens der Schlüssel auch Dinge wie
z.B. "Epikutis nur aus fädigen Elementen bestehend, ohne
Zylindrozystiden" abfrägt.
... das allerdings ist, in Verbindung mit den Sporenmaßen, bei Birkenpilzen fast ein Muss, um wirklich zu sicheren Bestimmungen zu gelangen. Ich kann hierzu nur auf das Beispiel weiter unten verweisen.
In Harry Regins Forum wurde ein Leccinum
vorgestellt, von dem ich denke, dass er zu den Birkenpilz zählt.
Der abgebildete Pilz ist sicher weder ein L. scabrum s. l. (wegen des starken Stielblaus) noch ein L. variicolor (wegen der Hutfarbe/-beschaffenheit). Ich würde hier am ehesten - trotz der ziemlich dunklen Stielschuppen - in die Richtung L. brunneogriseolum tendieren, aber das müsste auf jeden Fall anhand der Sporen und Hutdeckschicht (HDS) nachgeprüft werden.
Deshalb meine Frage nach
einem umfassenden Rauhfußwerk mit makroskopischem Schlüssel - hätte auch
kein Problem mit einem eglischsprachigen Werk.
Dazu verweise ich bzgl. des aktuellen, auf DNA-Befunden aufbauenden englischen Schlüssels von Den Bakker (2005) auf den Thread weiter unten. Grundlage jeder Diskussion bleibt freilich weiterhin die französische Leccinum-Monographie von Lannoy & Estades (1995), die die jeweiligen "Arten" sehr eng (zum Teil nachweislich zu eng) aufgefasst haben.
Du siehst: Hier ist vieles, was die Artkonzepte, selbst an vorderster Front der Forschung noch unklar. Dass da nicht jede Aufsammlung auf Anhieb - und dann auch noch ohne Mikroskop - bestimmt werden kann, ist nur folgerichtig.
Gruß, Jürgen