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Re: Bol. subsubappendiculatus und radicans (4 Foto

Jürgen, (vor 7409 Tagen) 2.109 Beiträge @ interhias

Hallo Matthias,

Deine neuen Fotos vom Standort und auch die etwas längeren Sporenmaße lassen mich jetzt auch ernsthaft an subappendiculatus denken, aber es bleiben starke Zweifel. Der Gesamthabitus, die kräftigen Farben, das deutliche Blauen der Röhren im Schnitt (in der Lit. wird das - im Ggs. zu Christophs Beobachtungen - wirklich nur als absolute Ausnahme angegeben!!) ist einfach typischem appendiculatus zu ähnlich. Und warum soll die Art im Voralpenland nicht auch mal im (Nadel-)Mischwald vorkommen? Die Fichten und Tannen als Begleitbäume sind für mich kein zwingendes Ausschlusskriterium. Ich habe die angeblich streng an Laubbäume gebundenen Boletus aestivalis oder luridus in den Alpen auch schon in höheren Lagen unter Fichten gesehen. Denke umgekehrt an Boletus rubrosanguineus, der nicht nur im montanen Fichtenwald, sondern auch in thermophlen Buchenwäldern wächst.

Du hebst das Exsikkat ja sicher auf? Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit, eine Probe DNS-analytisch untersuchen zu lassen und mit anderen (sicher bestimmten) Proben der beiden involvierten Arten zu vergleichen.

Grüße Jürgen

Am vergangenen Wochenende habe ich nochmal den Standort dieses Fundes von
Boletus appendiculatus aufgesucht, wo ja nicht so ganz klar war, ob es ein
Anhängselröhrling mit oder ohne "sub" ist.
Es sind noch mehrere frische Fruchtkörper nachgewachsen und ihre Anordnung
rund um die Bäume rum spricht sehr dafür, dass sie mit den hier
dominierenden Nadelbäumen (Fichte, Tanne) verbandelt sind, wenn auch
einige mickerige Buchen in der näheren Umgebung vorhanden waren.
Die Sporenmessung hat allerdings wie schon bei den Exemplaren, die eine Woche
früher wuchsen einen intermediären Wert, also quasi einen
subsubappendiculatus ergeben: 12,2 x 4,5 (11-13,5 x 4-5), Q=2,72
(2,4-3,25), vgl. Munoz, Boletus s.l. in Fungi europaei.
Anhängselröhrling:

Und hier noch zum Trost für alle Bewohner des Müncher Umlands und sonstiger
Wüsteneien: Es gibt auch bei totaler Trockenheit noch Schwammerln, die
voll im Saft stehen, als würde es die ganze Zeit nur schütten: Boletus
radicans, Wurzelnder Bitterröhrling


Gruß aus München
Hias

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