Re: Betr. Pilzbuch-Schreiben

Andi S. aus V., (vor 7695 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,

du hast Recht, Geschmäckersind verschieden. Das würde aber sicher kaum jemanden hier davon abhalten vieles (oder gar alles) zu probieren. Es gibt einiges, das ich nicht wiederholen würde (Hexeneier, Breitblättrige Glucke). Trotzdem sind sicher viele für Neues aufgeschlossen.

Ein Pilzkochbuch habe ich ja schon vor Wochen bestellt ;-)

Gruß Andi S. aus V.

PS: Vielleicht wäre eine Zwischenlösung eine Homepage mit deinen Rezepten.

Hallo, Detlef,
Lieb gemeint, aber der Vergleich mit Rose-Marie Dähncke schmeichelt mir nicht
gerade.
Einfach als Speisepilz zu bezeichnen, was nicht giftig ist, finde ich
kulinarisch nicht gerade hochstehend.
Gemeinsam mit ihr habe ich allenfalls, dass ich auch mal
"ungewöhnliche" Pilze als gut empehle, und mich nicht um
Lehrmeinungen schere.
Das wär's aber auch schon. (Wurde auch schon von Leuten mit ihr verglichen,
die das nicht als Kompliment meinten).
Sowieso: Mit den Pilzrezepten ist es so eine Sache.
Es gibt wohl kein kulinarisches Gebiet (Meeresfrüchte vielleicht
ausgenommen), bei dem die Geschmäcker so verschieden sind wie bei Pilzen.
Ich finde zum Beispiel den Steinpilz als Trockenpilz etwas vom
Leckersten, was Mutter Erde hervorgebracht hat, am Stück gedünstet jedoch ein
langweiliges, weiches Etwas, bei dem man sich fragen würde, warum der Pilz
so berühmt ist.
Geschehen vor ein paar Jahren in Italien: Im Wissen um meine Pilzleidenschaft
wollte jemand mir eine besondere Freude machen und setzte mir ein
Stückchen Fleisch vor, auf das wie bei einem Sandwich ein gedünsteter
Fladen Steinpilz gelegt war.
Ich fand das schrecklich. Habe es aus Höflichkeit runtergewürgt. Andere
finden das den höchsten der Genüsse.
Diskutieren kann man darüber nicht.
Jeder hat Recht. Es ist, als wollte man diskutieren, ob Austern die grösste
Wonne seien, die der Liebe Gott in Sachen Kulinarik uns gewährt hat,(meine
Meinung), oder ob die Idee, sowas zu essen, allein schon eine
brechreizerregende Fürcherlichkeit sei. - Diskussion nutzlos.
Gut, wie soll man unter solchen Voraussetzungen ein Kochbuch schreiben?
Den Mainstream treffen, ist sicher nicht so schwer. Da ist man fein raus.
Aber langweilig.
Wenn man abweicht, wird es spannend. Und es wird gleich unendlich schwierig.
Wer ist das Zielpublikum, das Pilze ähnlich empfindet wie ich?
Gewisse Diskussionen letztes Jahr zeigen das deutlich.
Wenn Du Dich mal amüsieren willst, lies folgende Diskussion:
Beitrag 74019
Da merkst Du, wie die Geschmäcker und Vorlieben aufeinanderprallen, und wie
einer nur noch ein verständnisloses Kopfschütteln für den anderen übrig
hat.
Im Sinne von: Wie kann der nur...
Ich habe echt gestaunt. Dass das so auseinanderklafft, hätte ich nicht
gedacht.
Vielleicht müssen noch ein paar Jahre ins Land gehen, bis meine Pilzrezepte
in Buchform kommen.
Die, die ich hier in amüsantem Stil direkt ins Forum getippt habe, sind
grösstenteils verloren.
Das Archiv wurde offensichtlich ohne jede Vorwarnung gelöscht, alles vor 2004
scheint weg zu sein.
Ich habe auch keine Kopien davon...
Lieben Gruss, harald andres

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