Re: Risspilz-Bestimmungsproblem (6 Fotos)
Hallo Hias,
das mit den Kaulozyst. darf man wohl nicht ganz so starr sehen. Ein paar sind in Verlängerung der Lamellenschneide fast immer an der Stielspitze zu finden. Außerdem ist es wichtig, ob auch Parazystiden, also diese kleinen birnenförmigen oder keuligen Elemente dazwischen vorhanden waren. War das nicht der Fall, dann spricht man von kaulozystiden Haaren, die den echten Kaulozyst. verdammt ähnlich sehen können und mitunter auch beschopft sind, aber eben doch keine echten Kaulozyst. im Sinne einiger Mykologen darstellen. Diese sind bei I. assimilata im oberen Stieldrittel nicht selten. Für assimilata gibt es noch ein weiteres, in der Lit. nicht so häufig erwähntes, oder oft überlesenes Merkmal. Am Stiel kommen nämlich +/- häufig charakteristische ampullenförmige, keulige, sublageni- bis utriforme, nicht sehr große und dünnwandige Endzellen vor. Such doch mal danach.
Für Deinen Fund(e) kommen für mich 2 Arten in Frage. Die von dir erwähnte I. assimilata und wegen der relativ dicken Zytidenwände, sowie dem Standort unter Buchen auch noch I. transitoria. Diese soll zwar einen deutlicheren gebuckelten Hut haben, was aber auch nicht immer der Realität entspricht. Weitere trennende Merkmale (z.B. weniger höckerige Sporen) sind marginal und übergangsbehaftet. Diese Art ist von assimilata viel schwieriger, als von I. napipes zu trennen!
Viele Grüße, auch an den "ratlosen" Andreas M.,
Andreas
Servus,
im Mischwald südlich von München habe ich an zwei Standorten Risspilze
gefunden, von denen ich vermute, dass es sich um dieselbe Art handelt.
Es sind kleine, haselnussbraune Risspilze mit eckig-höckerigen Sporen und
weißem Basisknöllchen. Sie wuchsen bei älteren Buchen, es waren aber in
beiden Fällen auch junge Fichten am Standort.
Hier ein paar Fotos und eine Beschreibung zur ersten Aufsammlung:Beschreibung: Hut :2-3 cm breit, stark radialfaserig bis -rissig, am Rand
weiß wollig-flaumig überzogen, haselnussbraun, in den Rissen heller
ockerbraun, im Zentrum stumpf gebuckelt und dunkler braun, bisweilen grau
bereift;
Lamellen: hell graubraun bis olivbraun, ausgebuchtet angewachsen, fein
weißflockig;
Stiel : bis 4,5 cm lang und 4 mm breit, Spitze cremefarben, darunter dunkler
fleischbräunlich mit Rosaton bis haselnussbraun, seidig glänzend, apikal
fein weiß bereift, darunter auf ganzer Länge weißlich überfasert, basal
oft gekniet, Basis knollig verdickt (bis 8 mm) und weißfilzig;
Fleisch : weißlich, dünnfleischig, im Stiel hell rosabraun; Geruch: schwach,
unbedeutend; Geschmack: mild;
Mikromerkmale : Cheilozystiden: 50-60 lang, ca. 10-18 breit, spindelig,
dickwandig (bis 2 µm), mehrheitlich beschopft; Pleurozystiden: spärlich,
wie Cheilos; Stielbekleidung: im oberen Stieldrittel beschopfte,
spindelige Kaulozystiden und polymorphe Hyphenketten mit Schnallen, im
unteren Stieldrittel keine Zystiden gefunden; Sporen: eckig-höckerig,
7,5-9 x 5,5-6, Q=1,3-1,6;
Cheilozystiden:
Sporen:
Und hier noch zwei Fotos von der zweiten Aufsammlung. Diese Exemplare sind
etwas kräftiger als die vorher beschriebenen, mikroskopisch habe ich aber
keine Unterschiede feststellen können:Weitere Fotos und die genaue Beschreibung der 2. Aufsammlung findet ihr auf
meiner Bestimmungsseite .
Mit dem Schlüssel bei Stangl komme ich auf I. assimilata, die dürfte aber
wohl auch im oberen Stieldrittel keine Kaulozystiden aufweisen, oder?
Gruß aus München
Hias