Re: Bruno hat sich nicht bärengerecht verhalten
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da hat`s aber in den USA und Kanada verdammt viele unnormale Bären.
Gruß
Piwo
Hallo Wolfgang,
dort sind Bären und Menschen anders an Begegnungen mit der jeweils anderen Art gewöhnt, weil auch für mehr Platz zum Ausweichen da ist. Hier kann sich ein Braunbär nicht mehr in unzugängliche Wälder zurückziehen, er wird unweigerlich nach einer halben Stunde auf die nächste Strasse, Hütte oder sonstwas treffen.
Ferner kann sich in den USA und Kanada jeder eine Knarre kaufen und zu seinem Schutz beim Spazierengehen mitnehmen. Und auch einsetzen wenn ihm die Bärenbegegnung zu brenzlig wird. Sollen wir nun allen Einwohner eines potentiellen Bären-Streifzuggebietes einen Blanko-Waffenschein erteilen?
Auch in adneren Ländern gibt es hin und wieder "Problembären", die sich zu sehr an die Nähe der Menschen gewöhnt haben und auch dort wird dies in Fällen, in denen es für notwendig erachtet wird, durch Erlegen des Bären gehandhabt. Zur Sicherheit der dortigen Bevölkerung. Und nicht nur in den USA bei Eis- oder Grizzlybären, auch bei Braunbären in der Slowakei z.B., trotz Tatra-Nationalpark und allem. Wurde mir jedenfalls bei der JEC-Tagung dort gesagt und ich habe keinen Grund daran zu zweifeln.
Und mit agressiven Elefantenbullen in Afrika wird ebenso verfahren, genauso wie mit Tigern und Löwen die sich aus welchen Gründen auch immer zu penetrant in Menschennähe aufhalten.
Ein Braunbär deckt normalerweise etwa 75% seines Nahrungsbedarfs mit vegetarischer Nahrung ab, die restlichen 25% vor allem mit Kleinsäugern bis etwa Hasengröße. Ein Bär, der innerhalb von drei Tagen 9 Schafe reißt (+ eine nicht näher definierte Portion Geflügel), der mehrfach Kaninchenställe aufbricht, die teilweise direkt in Ortschaften lagen, der zeigt kein normales Verhalten.
Er wurde des weiteren immer wieder von Menschen aus unmittelbarer Nähe beobachtet, einmal sogar von einem Auto gestreift! Da ist doch eine Kollission Bär-Mensch vorprogrammiert! Ich will gar nicht sagen, dass der Bär von sich aus Menschen angreifen würde, aber wie leicht mag sich bei einem so "zutraulichen" Bären eine Situation ergeben, die dem Bären bedrohlich vorkommt und aus der er sich nur durch Agression zu helfen weiß? Und erst einmal entdeckt, dass ER der stärkere ist, wird seinem Fluchtverhalten auch nicht gerade förderlich sein ..
Ich frage mich im übrigen, ob eigentlich auch so ein Ballihoo entstanden wäre, wenn es nun in Deutschland schon eine gefestigte Population von sagen wir mal 10 Bären geben würde - und von diesen einer wegen Verhaltensauffälligkeiten zum Abschuss frei gegeben worden wäre. Ich glaube eher nicht.
Und zum Thema Betäuben: Das ist ja auch alles eigentlich schön und richtig, aber was wäre denn dann auf den Bären Bruno zugekommen? Wo anders freilassen wäre wohl kaum in betracht gekommen. Ich bin überzeugt, dass sich die Zoos oder Tierparks auch nicht um ihn gerissen hätten! Als Wildfang hätte er sich vermutlich kaum in eine bestehende Bärengruppe eingliedern lassen. Also Einzelhaft bis ans Lebensende in einem 20 x 20 Meter großen Gehege?
Na, ob er's so nicht vielleicht besser getroffen hat .....
Nur meine Meinung ....
beste Grüße,
Andreas