Re: Hier die Sporen unter dem Elektronenmikroskop
Dass die Sporen im REM eingedellt aussehen, ist durchaus normal - das kann
man z.B. ausgerechnet in einem Anfängerbuch (Rita Lüder - Grundkurs
Pilzbestimmung) sehen, in dem mikroskopische und REM-Aufnahmen
nebeneinander dargestellt sind.
Ich halte das aber auch für ein Artefakt durch das Hochvakuum, das vermutlich
den Sporen Wasser entzieht und sie damit eintrocknen und einschrumpeln
lässt. 'Was Kluges dazu gelesen habe ich aber noch nicht.
Mit Gold sputtern würde sicherlich die Schärfe des Ornamentes erhöhen und
wurde z.B. bei der Crepidotus-Arbeit von Frau Senn-Irlet auch so
praktiziert. Aber wenn man den Pilz nur sehr dünn auf dem Träger aussporen
lässt, sollte sich die Unschärfe durch elektrostatische Aufladung bei
einzelnen 10 my großen Teilchen in Grenzen halten.
Dass es durchaus moeglich ist, mit dem REM erstklassige Aufnahmen zu machen, die keine Artefakte zeigen, ist ja auf den links, auf die znurk verwiesen hat, gut zu sehen. Das neue, hoch gelobte Buch von FRau Lueder kenne ich leider noch nicht. Ist denn dort im Text ein Hinweis zu finden, ob die Dellen ein Artefakt sind?
Pilzsporen habe ich noch nicht untersucht. Auf manchen meiner Insektenpraeparate sind aber Pollenkoerner, die dank der harten Exine meistens nicht kollabieren. Was passiert denn, wenn man Pilzsporen erst eintrocknen laesst und sie dann unter dem LM untersucht? Sind die auch eingedellt? Das Problem mit den Artefakten ist letztlich, dass man sie nicht fuer Merkmale halten sollte (so dass dann im Schluessel steht "Sporen tief eingedellt", obwohl sie in echt kugelrund sind).
LG
Dieter