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Re: Hier die Sporen unter dem Elektronenmikroskop

Saftling, (vor 7332 Tagen) 232 Beiträge @ EricS

Hi Eric,

ja, das ist schon etwas Geniales. Bisher habe ich zwar "nur" mit
einem Transmissonsgerät gerbeitet, möchte mich aber auch mal an einem REM
versuchen. Das TEM erlaubt leider keine 3D-Ansichten der Objekte wie ein
REM, wenn man mal von der Gefrierätzung absieht, doch auch hier gibt es
hochspannende Einsichten. Erstaunlich vor allem der Arbeitsaufwand, der
mit der Präparation verbunden ist (je nach Methode). Von der Übergabe des
zu untersuchenden Präparates bis zu einem fix und fertig
publikationsreifen Fotos vergehen diverse Wochen.

Der Aufwand fuer die Praeparation ist fuer REM-Praeparate nicht so hoch. Das kann man alles locker an einem Tag erledigen. Bei einfachen Praeparaten, die flach auf dem Traeger liegen, hat man auch sehr schnell brauchbare Aufnahmen. Zeitraubender ist es, bei kompliziert gebauten Proben den richtigen Blickwinkel einzustellen. Wenn sich fuer Dich mal die Gelegenheit ergeben sollte, an einem REM zu arbeiten, unbedingt machen!! Das ist einfach grandios! Mir ist hier als Gast-Forscher im Zoologischen Museum Kopenhagen das Glueck widerfahren, dass ich nach einer nur 2-stuendigen Einfuehrung alleine an dem Geraet arbeiten durfte. Wow! Kann aber auch stressen, v.a. wenn etwas passiert und keiner mehr da ist, den man zu Hilfe holen koennte. Ist mir neulich passiert, als abends das Vakuum zusammen gebrochen ist. Hatte selten ein so hohen Adrenalinspiegel (das Geraet kostet immerhin schlappe 800.000 Euro).

Sicher ist eine solche Anschaffung - selbst wenn man das Gerät geschenkt
bekommt - noch sehr teuer, vor allem im Unterhalt. Wer das mit dem
Schenken belächelt: ausrangierte Geräte sind durchaus mal für lau zu haben
(Kontakte, einen Fachkundigen für Ab- und Aufbau, sowie die Bereitschaft,
das Ding abzuholen vorausgesetzt): http://www.dge-homepage.de/ . Die
Bio-Fakultät Freiburg hat vor nicht allzu langer Zeit ihr älteres Gerät
nach Tschechien verschenkt...

Aller Begeisterung zum Trotz moechte ich so ein Ding nicht mal geschenkt haben. Denn der Unterhalt uebersteigt das Budget eines Normalverdiener doch betraechtlich. Eine neue Kathode kostet etwa so viel wie ein neuer Kleinwagen. Aber solange Andere dafuer bezahlen (letztlich der Steuerzahler), arbeite ich stets gerne damit. :-)

Viele Grüße,

Dieter

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