Re: Andere Laender, andere Sitten
Hallo Dieter,
ich vertrete die Ansicht: stets mit Maß und Ziel. Soll heißen, dass ich z.B. Sammelbeschränkungen bis einem gewissen Maß sogar für sinnvoll erachte, um den Menschen bewusst zu machen, dass auch Pilze Lebewesen sind und sie wie alles in der freien Natur nicht unerschöpflich zur Verfügung stehen. Außerdem braucht man eine Rechtsgrundlage, um den Pilztourismus, der hierzulande an einigen Stellen wirklich überhand zu nehmen scheint, einzudämmen.
Ferner halte ich eine Rote Liste als Bemessungsgrundlage der zu schützenden Arten für wichtig, weil nur sie den aktuellen Stand des Pilzvorkommens widerspiegelt. Wer jetzt argumentiert, dass die Pilze ja unsichtbar im Boden leben und man anhand den Fruchtkörpern gar nicht abschätzen kann, wie weit eine Art verbreitet ist, dem gebe ich prinzipiell Recht.
Da sich aber auf der Basis von - wohlgemerkt verbindlichen - Roten Listen m.E. leichter neue Schutzgebiete erkämpfen lassen, haben die Vorschriften doch einen Sinn.
Aber die derzeitige Praxis ist blanker Hohn, insbesondere was die kostenpflichtigen Ausnahmegenehmigungen für's Pilzesammeln angeht - das kenne ich noch aus dem Mittelalter, da nannte man das Ablasshandel!
Gruß, Andreas