Re: Andere Laender, andere Sitten
Hallo Dieter,
im Sinne des NatSchG sind Pilze Pflanzen. Der Gesetzgeber hinkt den
wissenschaftlichen Erkenntnissen da hinterher. Ich glaube nicht, dass man
sich mit dem Argument, Pilze seien keine Pflanzen, herausreden koennte,
falls man einmal beim freveln erwischt wird.
Klar, das ist mir bekannt. Nur formuliere ich halt manchmal auch provokativ 
Was das mit den Baeumen soll ist aus Deiner Schilderung wirklich raetselhaft.
Allerdings werden in vielen Schutzgebieten Pflegemassnahmen durchgefuehrt,
die der Erhaltung des besonderen Charakters des jeweiligen Gebiets dienen
sollen. Oft beinhaltet das das Entfernen von Baeumen und Straeuchern.
Naturschutzgebiete sind meistens keine Wildnis, wo alles ungestoert
wuchern darf. Und das hat gute Gruende. Denn viele der besonderen Pflanzen
und Tiere, deretwegen die Gebiete unter Schutz gestellt wurden, benoetigen
bestimmte Lebensbedingungen, die verschwinden, wenn alles zuwaechst. Alles
einfach wachsen lassen wuerde zu einer Reduktion der Artenvielfalt fuehren
und das gilt als unerwuenscht.
Ich gebe Dir mit allem recht. So gibt es hier z.B. auch Trockenrasen und ehemalige Hutewiesen, die aus Naturschutzgründen immer wieder gemäht werden. Das ist mir durchaus begreiflich. Was ich weniger verstehe, ist, warum man direkt neben einem Verbotsschild (Pflücken von Pflanzen etc.) Bäume mit einem Durchmesser von 60 cm und auch wesentlich mehr fällt. Und warum man dann auch noch riesige Brandstellen (3-5m Durchmesser) in diesen NSG-Gebieten selbst anlegt. Das hat nichts mit dem Freihalten von Flächen für besondere Lebensbedingungen zu tun. Ich vermute dahinter einfach Kommerz - denn es handelt sich bei den alten Bäumen doch um offensichtlich hochwertiges Holz. Hatte extra noch mal die Schnittflächen angesehen - keine Spur von irgendeiner Fäule.
Gruß,
Werner