Re: Knollenblätterpilzvergiftung
So eine echt griffige Korrelation zwischen aufgenommener Pilzmenge und
Vergiftungsschwere gibt es laut meinem Pharmabuch nicht.
Bei mir finde ich Angaben von unter 35-50g Frischpilze für eine tödliche Dosis.
Bekannt ist aber, daß Pilze einen sehr unterschiedlichen Gehalt an Wirkstoffen haben, weshalb ja auch von dem gezielten Rauschgenuss von Fliegenpilzen dringend gewarnt werden muss. Für Amanita verna finde ich Werte* von 1mg-4,5mg/g Amatoxin (Trockengewicht) und daß schon 5-7mg Gift tödlich sein kann, was gerade mal 2g Trockenpilz entsprechen könnte. Hmmm..
Leider steht
nicht drin wodurch die Brecherei eigentlich ausgelöst wird. Bei dem was
das Amanitin macht müßte es dazu eigentlich nicht zwangsweise kommen.
Könnte auch einfach lautlos nach drei Tagen die Leber zerstören. Tut es
aber nicht. Ich wüßte wirklich gerne warum.
Es ist ja nicht nur Amatoxin drin, sondern auch z.B Phallolysine, die normal beim Kochen zerstört werden - und vermutlich noch weiteres. Roh genossen können die Symptome also durchaus sehr verschieden sein - gut für den Patienten, denn die sehr frühen Symptome machen eine rechtzeitige Behandlung möglich.
*Bresinsky/Besl