Re: Friedhof der Prachtbecherlinge :-( *PICs*
Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen.
Die Vollernter kommen doch hier zum Einsatz um möglichst effizient und wirtschaftlich zu arbeiten. Diesen Zwängen unterliegen wir doch alle - irgendwie - oder nicht? Und irgendwann trifft es jeden. Wo mein Haus heute steht, standen vor 20 Jahren Bäume. Also bitte.
Ich denke jeder von uns hat mindestens einen Baum auf dem Gewissen, ob er nun ins Möbelhaus geht und Buche massiv kauft, oder ins Steakhaus geht - also bitte.
Weitere Beispiele sind müßig.
Übrigens schön finde ich das alles auch nicht - habe allerdings auch keine Lösung. Über Alles und Jenes zu schimpfen ist allerdings auch nicht unbedingt produktiv.
Viele Grüße
Karl-Heinz
Hallo Sabine & Holger,
ich denke mir, das ist so eine Werbeaktion der örtlichen Forstwirtschaft. Das
Zertifikat wird sich auf die Art und Weise der Holzproduktion beziehen,
und in erster Linie die Holzqualität betonen, weniger die Art und Weise,
wie mit dem Biotop umgegangen wird.
Heutzutage, wo alles dem heimlichen Zwang unterliegt, bei jedem Produkt auf
die umweltfreundliche Herstellung hinzuweisen (Zertifikate, Labels,
Bio-Richtlinien), wird nicht selten schamlos beschissen. In den USA nennt
sich das z.B. "Greenwashing", also auf alles einen Bio-Päpper
draufkleben und vorgaukeln, es handele sich um ein hochwertigeres Produkt.
Normalerweise - das hat mir ein Fortswirt und Förster erzählt - werden
"naturnahe" Wälder nicht mit Vollerntern befahren. Bis jetzt
konnte ich allerdings keine für Forstwirte verbindliche Definition von
"naturnaher Wald" erkennen. In unsere Buchenwälder wird genauso
mit dem Harvester "reingepanzert", wie in unsere
Fichtenplantagen. Dass die Rückegassen beim Vollernten viel dichter stehen
müssen, verschlimmert dann auch noch die Bodenverdichtung im Wald. Seien
wir mal realistisch; gegen die Rationalisierung im Waldbau können wir
nichts ausrichten. Wir können nur Schutzgebiete ausweisen (und selbst da
fahren die noch, im Zuge "normaler Waldpflegearbeit", mit den
Harvestern rein).
Grüßle
Juergen