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Re: Der Atem des Fadengeflechts der Pilze

Schnuffel, (vor 5388 Tagen) 1.807 Beiträge @ Der Juergen

Hallo Jürgen!

sehr interessante Überlegungen zum Haareis. An eine Verwandtschaft zur
Entstehung von Rauhreif, dachte ich auch. Bin aber mit der ganzen Materie,
vor allem den physikalischen Ursachen, noch nicht vertraut.

Die Versuche im Kühlschrank zeigen eindeutig, dass bei der Haareisbildung die von Peter ins Gespräch gebrachte Resublimation überhaupt keine Rolle spielt. Eine Resublimation findet im Kühlschrank an den Kühlflächen und nicht am weniger kalten Holz statt.

Eine "Inaktivierung" des Wassers als Frostschutz klingt plausibel -
könnte eine Spur sein, die man experimentell oder beobachtender Weise
verfolgen kann*.

Da frage ich mich nur, was machen die armen Pilze, wenn's gleich so kalt wird, dass das Wasser im Holz gefriert und kein Haareis gebildet wird?

Meine Beobachtungen, was die Witterung anbelangt, bei der man
Haareis finden kann ist folgende: Temperatur etwas unter Null - kein
subjektives Kälteempfinden --> daher erlebt man Haareis auch als
Überraschung! - und Windstill! Ja, ich habe bei Wind noch nie frisches
Haareis gefunden. Dass Haareis keinen Wind braucht, zeigen Versuche
in Kühlschränken (Mätzler et al).

Die Versuche im Kühlschrank zeigen aber nicht, dass die Haareisbildung generell keinen Wind braucht. Je weniger die Lufttemperatur unter 0° liegt, desto wichtiger ist meiner Meinung nach der Wind, um die bei der Kristallisation freiwerdende Schmelzwärme abzuführen.

*= Ich hatte mal eine zarte Haareis-Schicht auf einer vitalen Vuilleminia
comedens gefunden (die nicht gefroren war!), und zwar entsprangen die
Härchen einer dünnen Eisschicht, die sich auf dem Fruchtkörper befand.

Gruß - Schnuffel

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