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Re: Mal wieder ein kulinarisches Experiment

Svampskogen, (vor 5368 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan!

Interessanterweise wurde Lyophyllum shimeji vor ein paar Jahren erstmals auch in Schweden nachgewiesen. In schwedischen Pilzforen finden sich daher viele Anfragen bzgl. dieses Pilzes. Er scheint im nördlichen Skandinavien nicht selten zu sein. Anscheinend wächst er meist in heideartigen Kiefernwäldern, oft zusammen mit Tricholoma matsutake und Boletus pinophilus! Ich glaube er wurde bislang für blasse L. decastes gehalten.

Grüsse Svampskogen

Diesmal nicht mit was Selbstgefundenem, sondern mit was Gekauftem.
Pilzbezeichnung: "Shimeji/Buchenpilz", gibt's in einer Version mit
reinweißen und in einer mit hellbraunen Hüten
Bezugsquelle: Kaufland, 150-g-Packung zu 1,99 €
angegebener Hersteller: Green Co. Ltd, Südkorea
angegebener EU-Importeur: Green Mushroom Farm BV, De Lier, Niederlande
Als erstes habe ich die Pilze sensorisch getestet. Es handelt sich um einen
büschelig wachsenden, offensichtlich auf Holzhäcksel gezüchteten
Lamellenpilz, der in allen Teilen weiß bzw. weißlich ist. Die Version mit
den braunen Hüten sieht so aus, als habe sie Licht abgekriegt, die weiße
Version wurde eventuell dunkel gehalten. Die (jungen, noch nicht voll
entwickelten) Hüte sind knopfförmig und haben einen Durchmesser von ca. 2
bis 3 cm, die Stiele sind ca. 1 cm dick. Die Tramakonsistenz ist trocken
und leicht wattig, etwa wie beim Kräuterseitling. Hut und Stiel sind beide
trocken, die Huthaut ist glatt, der Stiel längsfaserig. Bei der
Geruchsprobe war ein deutlicher Lerchensporn-Geruch wahrzunehmen, weshalb
sich sofort der Verdacht ergab, es könne sich um Lyophyllum connatum
(Weißer Büschelrasling) halten. Die von mir daraufhin durchgeführte
FeSO4-Probe ergab allerdings keine graublaue Verfärbung. Dennoch glaube
ich, dass es sich zumindest um einen Verwandten von Lyophyllum connatum
handelt. Der ja hierzulande keinen Speisepilzstatus (mehr) hat,
wohlgemerkt.
Die Zubereitung erfolgte in einer Pfanne, die Pilze wurden ohne
Flüssigkeitszugabe mit Butter, Zwiebeln und Salz ca. 15 Minuten bei
mäßiger Hitze gebraten. Sie schmeckten danach nicht bitter, hatten aber
immer noch dieses penetrante Lerchensporn-Aroma. Die Konsistenz war
angenehm.
Fazit: Ich finde das Lerchensporn-Aroma schon bei der
Lyophyllum-connatum-Geruchsprobe nicht angenehm. Somit ist das kein Pilz
für mich. Ganz abgesehen davon, dass der Speisepilzwert von Lyophyllum
connatum sehr zweifelhaft ist (man schreibt dem Pilz mutagene/kanzerogene
Wirkungen zu!). Daher sage ich für mich: Finger weg, man muss nicht alles
essen, was im Supermarkt angeboten wird.

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