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Re: Betr. Schlüsselschritte zu Inocybe praetervisa

Harald Andres Schmid, (vor 4811 Tagen) 2.558 Beiträge @ Violet

Hi, Harald Andres,
also I. praetervisa ist zumindest bis zur Mitte des Stieles deutlich metuloid
bereift. Allerdings gibt es recht sicher auch darunter metuloide Zystiden,
dort nur spärlicher als oben. Aber ansonsten in der Literatur (zufällig
ausgewählt: Bon 1997, Ferrari 2006, Bizio 1995) wird gesagt, was ich (auch
aus eigener Erfahrung) sagte: Es handelt sich um eine Marginatae mit bis
zur Basis (d.h. also auch im unteren Stieldrittel) bereiftem Stiel. -
Diese Inocybe ist übrigens keineswegs so leicht zu erkennen, denn sie wird
u.a. nicht selten mit I. xanthomelas vewechselt.
Auf deinem Foto sieht es jedenfalls so aus, als sei deine Inocybe überhaupt
nur ganz oben bereift. Und für mich sieht sie auch nicht nach I.
praetervisa aus - falls die Farben des Fotos stimmen. Hatte sie vielleicht
einen ungewöhnlichen Geruch?
Ich würde das mit dem Stiel überprüfen, und dann kannst du ja, wenn du magst,
Mikrofotos ins Forum stellen.
Herzliche Mittagspausengrüße
Ditte

Hallo, Ditte,

Dann wird der Pilz wohl unbestimmt bleiben müssen...

Die Mikrofotos von dem Exemplar sind leider nichts geworden, und wir haben das Exemplar nicht mehr, es ist im Seminar verblieben.

Es ist so abgelaufen: Wir arbeiten meist mit Stangl, wenn wir da allerdings im Schlüssel nicht weiterkommen, versuchen wir es mit Pilze der Schweiz, und vergleichen bei Erfolg dann mit den Beschrieben des entsprechenden Pilzes bei Stangl.
Wenn der Beschrieb von Stangl mit dem Pilz übereinstimmt, makro- und mikroskopisch, ist das für uns ein Killerkriterium, und wir gehen von einer richtigen Bestimmung aus.
Genau das ist hier so abgelaufen.
Wir schlüsselten den Pilz über Pilze der Schweiz, sahen im Beschrieb bei Stangl, dass die Stielbereifung bis zur Mitte gehe, und das hat veranlasst, dass ich (siehst Du auf dem Foto) zur nochmaligen Nachprüfung etwas tiefer als das erste Mal etwas Stiel gezupft habe, unterhalb der optisch sichtbaren Bereifung, über der Mitte, wir haben daraus Präparate erstellt und auf dieser Höhe auch noch deutlich genug Metuloide gefunden. Die Fotos in Pilze der Schweiz passten wiederum auch gut.
So waren wir uns eigentlich recht sicher mit der Bestimmung...

Aber eben: Dafür ist das Forum auch nützlich, dass man auch kritische Reaktionen zur einer Bestimmung, von Leuten, die den Pilz kennen, erhalten kann. Unter anderem deshalb stelle ich meine Funde hier ein, oft auch schon mit der Bitte, die Bestimmung zu prüfen. (Nur, dass ich mir hier recht sicher war...)

Danke und ganz lieben Gruss!

Harald Andres

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