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Re: Betr. Schlüsselschritte zu Inocybe praetervisa

Violet, (vor 4811 Tagen) 1.468 Beiträge @ Harald Andres Schmid

Hallo, Ditte,
Dann wird der Pilz wohl unbestimmt bleiben müssen...
Die Mikrofotos von dem Exemplar sind leider nichts geworden, und wir haben
das Exemplar nicht mehr, es ist im Seminar verblieben.
Es ist so abgelaufen: Wir arbeiten meist mit Stangl, wenn wir da allerdings
im Schlüssel nicht weiterkommen, versuchen wir es mit Pilze der Schweiz,
und vergleichen bei Erfolg dann mit den Beschrieben des entsprechenden
Pilzes bei Stangl.
Wenn der Beschrieb von Stangl mit dem Pilz übereinstimmt, makro- und
mikroskopisch, ist das für uns ein Killerkriterium, und wir gehen von
einer richtigen Bestimmung aus.
Genau das ist hier so abgelaufen.
Wir schlüsselten den Pilz über Pilze der Schweiz, sahen im Beschrieb bei
Stangl, dass die Stielbereifung bis zur Mitte gehe, und das hat
veranlasst, dass ich (siehst Du auf dem Foto) zur nochmaligen Nachprüfung
etwas tiefer als das erste Mal etwas Stiel gezupft habe, unterhalb der
optisch sichtbaren Bereifung, über der Mitte, wir haben daraus Präparate
erstellt und auf dieser Höhe auch noch deutlich genug Metuloide gefunden.
Die Fotos in Pilze der Schweiz passten wiederum auch gut.
So waren wir uns eigentlich recht sicher mit der Bestimmung...
Aber eben: Dafür ist das Forum auch nützlich, dass man auch kritische
Reaktionen zur einer Bestimmung, von Leuten, die den Pilz kennen, erhalten
kann. Unter anderem deshalb stelle ich meine Funde hier ein, oft auch
schon mit der Bitte, die Bestimmung zu prüfen. (Nur, dass ich mir hier
recht sicher war...)
Danke und ganz lieben Gruss!
Harald Andres

Lieber Harald Andres. Im Stangl ist leider nur (sehr gut gerechnet) die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Inocyben enthalten, in Pilze der Schweiz nur ein Bruchteil. Man kann also Glück haben beim Schlüsseln, und die jeweilige Inocybe ist tatsächlich in einem der beiden Bücher drin - und genausogut Pech, und man denkt nur, es sei die richtige - oder man kommt überhaupt nirgendwohin. Ich würde zuallermindest beim Schlüsseln auch noch Kuyper, die Funga Nordica und den Schlüssel von Stangl und Enderle hinzuziehen - und natürlich die beiden Bücher von Ferrari, wenn man mit Risspilzen mehr als nur oberflächlich zu haben möchte. Vermutlich habt ihr die doch alle im Verein....
Mit herzlichem Gruß
Ditte

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