Re: Pseudoclitocybe expallens / cyathiformis
Hallo Emil,
Peter (Pilzmann) schreibt mir dazu, dass auch Mikromerkmale variieren können.
Ich erlaube mir, hier kurz zu zitieren: „Je mehr Literatur man zu den
Sporen einer Pilzart wälzt, desto mehr unterschiedliche Größenvorgaben
wird man finden. Diese Vorgaben hängen von vielen Faktoren ab. Wieviele
Sporen hat der Autor zur Messwerte-Ermittlung vermessen? Wie jung / alt
(reif) waren die Sporen? Waren sie etwa schon halb oder ganz vertrocknet?
Wie lagen sie unter dem Mikroskop (Breit- oder Schmalseite)? Ich kann ja
dann auch noch darauf hinweisen, dass die Sporengröße des Heide-Gt.
durchaus auch die des Kaffeebraunen Gt. erreichen kann.“
Also zum Sporenvermessen gibt es eindeutige Regeln. So mißt man z.B. nur Sporen, die in Seitenlage liegen (bei Basidiomyceten) und die rundum scharf abgebildet sind (die also quasi flach liegen). Und man sollte möglichst aus einem Sporenabwurf messen. Bei einem Lamellenquetschpräparat zur Sporenmessung sind notgedrungen zu viele kleine(junge) Sporen dabei.
Und eigentlich ist es viel sinnvoller, den Mittelwert der Sporenmessung zu vergleichen und in diesem Fall auch Q.
Übrigens:
Die GPBW Band3 S.501 hebt die Sporenbreite als Schlüsselmerkmal hervor und schreibt nichts zum Geruch. Für Andreas Gminders Artauffassung gibt es gar keine Ps. expallens.
Moser (Kl.Krypogamenflora) kennt alle drei, aber nur bei Ps. obbata wird ein Geruch nach Blausäure beschrieben.
Hier
http://forum.dgfm-ev.de/board1-offener-bereich/board2-expertenforum-mykologie-mycologic...
zeigt Jürgen eine Ps. expallens mit allen Merkmalen und die Werte stimmen hervorragend mit denen aus der FN überein.
Ich würde jedenfalls eindeutig zu Ps. expallens tendieren, vielleicht ist es
ja wirklich eine noch nicht beschriebene Zwischenform?
Ich glaube, da ist noch nicht alles ordentlich untersucht. Und erst, wenn wir so gut dokumentierte Funde (wie von Jürgen) von Ps. cyathiformis haben, kann man seine Funde wirklich gut zuordnen, oder eben wirklich was neues beschreiben. Und bei einem erhärteten Verdacht kann man dann ja sequenzieren lassen.
LG,
Jens