Re: Birkenporling ohne Birke
Hallo beisammen,
nun die versprochenen Bilder. Etwas dunkel ist die Oberseite der Fruchtkörper schon, aber bei "normalen" Birkenporlingen habe ich das durchaus auch schon beobachtet. Auch auf der Abbildung in Großpilze BaWü 1 sind hellere und dunklere Fruchtkörper zu sehen. Unter einer ganz schwach filzigen Oberfläche folgt dann die typische Birkenporlings-"Papierkruste". Substrat ist wie heute schon geschrieben doch nicht Hainbuche, sondern Espe (Populus tremula).
Anhand der bei meinem Fund vorhandenen Papierkruste und der Sporenform bzw. -größe (deutlich allantoid, bis 6,5 µm lang) lassen sich m. E. die anderen Arten der Gattung (und nahe stehender Gattungen) ausschließen:
-P. quercinus (Buglossoporus qu.) hätte keine oder nur eine schwache Kruste und keine allantoiden Sporen;
-P. pseudobetulinus kommt bislang nur im hohen Norden vor, und passt trotz des Vorkommens an Pappel für meinen Fund trotzdem nicht: Sporen nicht allantoid und deutlich größer;
-P. soloniensis passt aufgrund Sporenform und -größe auch nicht und hätte wie P. quercinus als Substrat Eiche.
Mir fällt deshalb nichts besseres ein, als den Fund als fremdgängerischen Birkenporling zu verbuchen. Ein Drittel des großen Fruchtkörpers habe ich im Pilzherbar an der Regensburger Uni deponiert - wer weiß, vielleicht will ja mal jemand mikroskopische oder genetische Untersuchungen durchführen...
Vielen Dank nochmal für bisherige Kommentare (auch an Peter P. für die Mail).
Schöne Grüße,
Josef
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic240396.jpg)