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Re: Espe - Konsequenz

Svampskogen, (vor 4697 Tagen) 737 Beiträge @ Ulysses

Hallo

Worauf Wirtsspezifität beruht habe ich mich auch schon gefragt. Das müsste doch eigentlich bekannt sein?! Eventuell könnte ja das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein bestimmter Enzyme bedeutend sein?
Falls eine Pilzart mit breitem Wirtsspektrum dies durch Bildung neuer Rassen erlangt hat (sollte dann ja genetisch nachweisbar sein), würde ich eher spekulieren, dass in so einem Fall sich recht rasch 2 verschiedene Arten entwickeln, da sie ja nun reproduktiv voneinander isoliert sind. Aber wie so oft bei Pilzen reine Spekulation und das kann ja auch je nach Art anders sein....

Gruss Jonas

Hallo Andreas,
Tatsächlich trifft das in diesem Fall nur soweit zu, dass die nächste Birke
gut 50 m Luftlinie weg steht. Ein "Herunterplumpsen und
Anwachsen" ist daher eher unwahrscheinlich. Die Pappeln, von denen
auch das Stammstück ist, stehen aber ungewöhnlich nass, da die Espe eher
selten bis in staunasse Bereiche von Auen und Mooren vordringt. Hier
stehen sie am Rand eines Erlenbruchs auf anmoorigem Aueboden. Das macht
die Pappeln evtl. zusätzlich anfällig für Parasiten.
Aber mein Fund ist natürlich immer noch ganz einfach: eine Ausnahme. Und als
solche sehe ich ihn auch. In GroPi BaWü 1 wird berichtet, dass Piptoporus
betulinus in Kultur auch auf Buche und Fichte wächst; eine gewisse
Variabilität scheint also doch auch vorhanden zu sein! Vielleicht ist die
Art hinsichtlich ihrer Besiedlungsstärke anderen Pilzarten deutlich
unterlegen, und kann sich nur an Birke gut entfalten?!
So wie auch Schnuffel frage ich mich, worauf die Spezifität überhaupt beruht.
Und: sind unspezifische Arten dies "von Anfang an", oder treten
erst nach und nach durch Mutation und Selektion neue Typen/Rassen/... auf,
die dann zusätzlich dieses und jenes Substrat besiedeln können? Für
ersteres spricht, dass manche Arten ja sogar ihnen evolutionär fremdes
Substrat besiedeln können (z. B. Essigbaum, Palmenholz etc.).
Ein weiteres gutes Beispiel... wird die Ansiedlung auf dem Kiefernzapfen
durch den hohen Sporendruck quasi "erzwungen", oder kommen
weitere Faktoren zum tragen? Vielleicht sind auch "Wegbereiter"
(d. h., andere Pilze, Baktieren o. ä.) nötig, die das Substrat zuvor
besiedeln und es soweit abbauen und aufschließen, dass auch eigtl. hier
nicht wuchsfähige Art sich ansiedeln können?
Spannendes Thema... weiteres Beispiel: die Misteln (Viscum spec.). Tannen-
und Kiefernmistel bleiben ziemlich brav auf ihrem eingeschränkten
Artenspektrum, während die Laubholzmistel auf vielerlei Laubbäumen
vorkommt. Auch hier dürfte somit eine Schranke bei der Samenkeimung, bei
der Bildung des Haustoriums und/oder bei weiteren Entwicklungsschritten
vorhanden sein.
Schönen Gruß
Josef

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