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Re: Rindenkugelpilz - Eutypella?

Jesko, (vor 4707 Tagen) 1.044 Beiträge @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Die Angabe Ø 2,5cm hatte ich auf den Laubholzast bezogen (das war wohl etwas
missverständlich geschrieben), die Stromata sind 4-5 mm im Ø mit einer
Höhe um die 2mm.

Da hatte ich wohl zu flüchtig gelesen.

Bei den Mikro-Angaben hatte ich jeweils ein
"my" vor dem "m" stehen - kommt so auch auf meinem
Bildschirm!?

Bei mir auch, doch ich meinte den numerischen Teil Deiner Angabe: 3 mmm ist rein nach dem optischen Eindruck klar zu breit. Schnuffel hat das ja auch festgestellt.

Korrigieren muss ich die Länge der Asci auf max. 80 µm (25 µm ist viel zu
kurz und ohne den unteren "Stiel" gerechnet) - da hatte ich
einen Fehler drin. Nachdem ich gerade in Ascofrance/Eutypella gestöbert
habe, stelle ich fest: ich sollte die Asci nicht als
"flaschenförmig", sondern als "spindelförmig"
beschreiben - sie entspringen mit einem langen dünnen "Stiel",
weiten sich dann bauchig (im unteren Teil liegt der Sporenhaufen), um
wieder in einen schlankeren Hals überzugehen, der aber deutlich dicker ist
als der "Stiel"; im Bauch- und Halsbereich sehr dickwandig.

In älterer Literatur findet man tatsächlich viele Arten über Ascus-Maße gegeneinander abgegrenzt. Dabei wird oft zwischen einer Gesamtlänge und der Länge des mit Sporen gefüllten Teils ("pars sporifera") unterschieden. Ob das wirklich konstante und damit für die Bestimmung geeignete Merkmale sind, wage ich als Pyreno-Laie nicht zu beurteilen.

Zur endgültigen Substratbestimmung werde ich wohl noch bis zum Frühjahr
warten müssen. Dieser Waldrand endet an einer steilen Böschung, nicht
gerade der Platz, an dem Leute ihre Gartenabfälle deponieren. An mir
bekannten Bäumen und Sträuchern kommt dort vor: Rotbuche, Schwarzkiefer,
Fichte, Ahorn, Hainbuche, Eiche, in einigem Abstand auch Salix; Schlehe,
Hasel, Geissblatt, Holunder, Pfaffenhütchen. Nicht ausschließen möchte ich
Wildkirsche und Hartriegel, das könnte auch gut sein. Ebereschen und
Schmetterlingsblütler sind im gesamten Gebiet ausgesprochen selten - wäre
sehr unwahrscheinlich.

Für E. sorbi müsste es ja nicht unbedingt Sorbus aucuparia sein. Irgendwo hatte ich gelesen, dass sich E. prunastri molekular nicht unterscheiden lässt. Sollte das nur eine Art sein, dann dürfte man wohl mehrere Rosaceae als potentielles Substrat annehmen, u.a. weitere Sorbus-Arten, die mglw. in Deinem Gebiet vorkommen.

Dieser "Ast" gehörte zu einer Gruppe von etlichen Austrieben aus
dem Boden - eben der typischen Wuchsform von jüngeren Haselbüschen. Ich
kann ja noch ein Standortfoto machen, sobald sich dieser dichte Nebel
verzogen hat.

Es gäbe ja tatsächlich eine Eutypella coryli (vgl. hier: http://www.indexfungorum.org/Names/NamesRecord.asp?RecordID=235789), allerdings aus Nordamerika beschrieben, mit kleineren Sporen ... Zumindest für Sachsen-Anhalt wäre die Art auch gemeldet, immerhin gibt es also Eutypella an Corylus. Es wäre gut, das Substrat zu klären.

Eutypella scoparia würdest Du also definitiv ausschließen.

Ja, Asci und Sporen sind bei diesem Allesfresser deutlich kleiner, die Sporen sind stärker gekrümmt ...

Und kannst Du mir Greenhorn verraten, was "Valsa sensu lato" heißt?

Von Greenhorn zu Greenhorn: Die Gattung Valsa wurde einmal viel breiter gefasst und schloss die heutigen Eutypa, Eutypella, Cryptosphaeria und Cryptovalsa mit ein. Die Abgrenzung dieser Gattungen beruht oft auf "makroskopischen" (man braucht schon eine gute Lupe!) Habitus- und Stromamerkmalen.

Viele Grüße, Jesko

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