Pilze Pilze Forum
Erweitert

Re: Antwort an Alle

Thomas, (vor 8838 Tagen) 201 Beiträge @ Birgit

ALso ich für meinen Teil trage keine Würmer durch den Wald spazieren, ich
putze gleich und entferne die Maden. Da schlägt man dann mehrere Fliegen
mit einer Klappe: Es können noch ein paar Sporen aus den Resten ausfallen,
ich muß den Abfall nicht entsorgen und ich schleppe mich nicht zu Tode. 10
kg würde ich nur äußerst ungern schleppen, was habt ihr nur alle für
Körbe?
Ich bin eigentlich auch ein Gegner von gesetzlichen Vorschriften und würde es
viel lieber sehen, wenn jeder an sein eigenes Gewissen appelliert. Nur
scheint dies nicht bei allen Leuten zu funktionieren. Das Problem in der
jetzigen Gesetzgebung ist, daß sie teilweise widersinnig ist, indem Pilze
geschützt werden, die es gar nicht unbedingt nötig hätten und andere
Pilze, deren Schutz viel vordringlicher ist, überhaupt nicht im Gesetz
enthalten sind. Widersinnige Gesetze befolgt man nicht gerne, ich tus auch
nicht, aber mehr als ca. 5kg Pilze hab ich noch nie aus dem Wald
geschleppt. Und zum SCHluß bleibt also doch wieder nur zu sagen, daß in
dieser Situation doch jeder nach seinem Wissen und Gewisen selbst
entscheiden muß, ob und wieviel Pilze jeder aus dem Wald entfernt.
Liebe Grüße
Birgit

Hallo;

Also am Grundgedanken der Gesetzgebung, wirklich bedrohte Arten durch eine Sammelbeschränkung erhalten zu wollen, ist ja sicher nichts auszusetzen.
Nur bin ich der Ansicht, das das Problem weiss Gott nicht an den gewerblichen Sammlern festzumachen ist.
Ein solcher Sammler kann in 30 Jahren nicht soviel Schaden anrichten wie ein modernst ausgerüsteter Trupp Holzfäller in einer Saison. Früher wurden gefällte Bäume mit Pferden aus dem Wald gezogen, um dem Waldboden möglichst wenig Schaden zuzufügen. Heute rückt man mit schwerstem Gerät an (Sattelschlepper, Holzernter, und wo man mit dem Ernter nicht durchkommt nimmt man eben ne Planierraupe.) und schlägt fein säuberlich in 30 Meter Abständen meterbreite Schneisen durch die Wälder. Natürlich genau dort, wo vorher schon Rinnen oder lichte Stellen ( und damit auch die Pilze) im Wald waren.
Da Pilze sehr empfindlich auf jedwede Störung in den Wäldern reagieren, ist das Resultat einer solchen Aktion klar:
Vorher eine enorme Artenvielfalt, nachher fast nichts mehr. Am extremsten trifft dies Fliegen- und Steinpilze, die scheinen am anspruchsvollsten zu sein was einen intakten Wald (Waldboden) betrifft.
Solange der Wald einigermassen naturbelassen bleibt, findet man alle gängigen Pilzarten in grossen Mengen, nach einer oben erwähnten Holzmacheraktion reduziert sich der Pilzbestand schätzungsweise um 90 Prozent. Hier sollte der Gesetzgeber ansetzen, und nicht bei den gewerblichen Sammlern, aber die Holzwirtschaft wird gerade in Bayern eine nicht zu verachtende Lobby haben.

Bei mir in der Gegend ( Naturpark Augsburg Westliche Wälder; Naturpark in Anführungszeichen) hat die Holzwirtschaft in den letzten 10 Jahren in einer Art und Weise *zugeschlagen*, das ich den Wald hier gar nicht mehr als solchen bezeichnen will, das hat mit Natur nur noch sehr wenig zu tun.
Leider kümmert sich absolut niemand hier um so etwas, die können machen was sie wollen, und Besserung ist leider nicht in Sicht. Vielleicht könnte ein richtiger Orkan helfen, die Windwurfschneisen hat die Holzwirtschaft ja gelegt, wenn ein paar Hektar Wald am Boden liegen, vielleicht gibt es dann ein Umdenken.

Aber ich hab da wenig Hoffnung.

Gruss;

thomas

Eintrag gesperrt
37 Aufrufe

gesamter Thread: