Re: Antwort an Alle
Hallo;
Also am Grundgedanken der Gesetzgebung, wirklich bedrohte Arten durch eine
Sammelbeschränkung erhalten zu wollen, ist ja sicher nichts auszusetzen.
Nur bin ich der Ansicht, das das Problem weiss Gott nicht an den gewerblichen
Sammlern festzumachen ist.
Ein solcher Sammler kann in 30 Jahren nicht soviel Schaden anrichten wie ein
modernst ausgerüsteter Trupp Holzfäller in einer Saison. Früher wurden
gefällte Bäume mit Pferden aus dem Wald gezogen, um dem Waldboden
möglichst wenig Schaden zuzufügen. Heute rückt man mit schwerstem Gerät an
(Sattelschlepper, Holzernter, und wo man mit dem Ernter nicht durchkommt
nimmt man eben ne Planierraupe.) und schlägt fein säuberlich in 30 Meter
Abständen meterbreite Schneisen durch die Wälder. Natürlich genau dort, wo
vorher schon Rinnen oder lichte Stellen ( und damit auch die Pilze) im
Wald waren.
Da Pilze sehr empfindlich auf jedwede Störung in den Wäldern reagieren, ist
das Resultat einer solchen Aktion klar: Vorher eine enorme Artenvielfalt,
nachher fast nichts mehr. Am extremsten trifft dies Fliegen- und
Steinpilze, die scheinen am anspruchsvollsten zu sein was einen intakten
Wald (Waldboden) betrifft.
Solange der Wald einigermassen naturbelassen bleibt, findet man alle gängigen
Pilzarten in grossen Mengen, nach einer oben erwähnten Holzmacheraktion
reduziert sich der Pilzbestand schätzungsweise um 90 Prozent. Hier sollte
der Gesetzgeber ansetzen, und nicht bei den gewerblichen Sammlern, aber
die Holzwirtschaft wird gerade in Bayern eine nicht zu verachtende Lobby
haben.
Bei mir in der Gegend ( Naturpark Augsburg Westliche Wälder; Naturpark in
Anführungszeichen) hat die Holzwirtschaft in den letzten 10 Jahren in
einer Art und Weise *zugeschlagen*, das ich den Wald hier gar nicht mehr
als solchen bezeichnen will, das hat mit Natur nur noch sehr wenig zu tun.
Leider kümmert sich absolut niemand hier um so etwas, die können machen was
sie wollen, und Besserung ist leider nicht in Sicht. Vielleicht könnte ein
richtiger Orkan helfen, die Windwurfschneisen hat die Holzwirtschaft ja
gelegt, wenn ein paar Hektar Wald am Boden liegen, vielleicht gibt es dann
ein Umdenken.
Aber ich hab da wenig Hoffnung.
Gruss;
thomas
Hallo Thomas
Du sprichst mir aus dem Herzen . Bei uns im Allgäu sind eben auch solche Sachen in sehr pilzreichen Wälder passiert und es ist wie du sagst 90% Steinpilze bleiben weg. Vor allenDingen sind das bei uns Staatswälder.
Gruss
Elisabeth