Re: Volkstümliche Namen - sterben sie aus?
Vielleicht klappts ja auch hier (auch wenn die Beiträge so schnell nach Hinten in die Versenkung verrutschen)...
Hallo Christoph,
Vorweg was nebenbei: Es gibt unter "Einstellungen" die möglichkeit, daß immer die Threads vorne sind, auf die zuletzt geantwortet wurde, so daß nichts aktuelles nach hinten rutschen muß.
@Georg: Leider läßt sich das bei mir auf Dauer nicht speichern, so daß ich zig mal täglich meine Einstellungen ändern muß - geht da irgendwas?
ich stelle eine immer deutlichere Tendenz zur Vereinheitlichung der deutschen Pilznamen fest.
So soll z.B. der Tannenreizker bloß nicht mehr "Reizker" heißen, da er ja keine rote Milch hat. Und wer kennt noch den Ausdruck "Tannenpolsterl" für die Marone???
Gminder/Bollmann/Reil, ein tolles Buch was die Abbildungsangaben angeht, erreichen so aber auch eine Vereinheitlichung der Pilznamen (im Deutschen). Meines Erachtens geht lokale Kultur verloren, wenn all die Namen, die in keinem Buch stehen, verloren gehen (ähnlich wie die Dialekte). Auch wenn die Kommunikation so erleichtert wird.
Was ist besser: Verlust an Kultur, oder Vereinheitlichung zum besseren Sprachgebrauch und zur Kommunikation???[/b]
Hmm, ich bedauere auch immer, wenn irgendwo sprachliche Vielfalt verloren geht oder alte Worte verschwinden, nur glaube ich nicht, daß wir kleiner Pilzesuchender Kreis daran wirklich etwas ändern können. Regionale Begriffe für fast alles sind am Verschwinden und man würde gegen Windmühlen kämpfen, wenn man das wirklich aufhalten wollte. Dazu kommt, daß kaum jemand noch Pilze sammelt, der sich nur regional darüber austauscht und was man eben nicht mehr benutzt, geht schnell verloren.
Auch wäre es sicher zu viel verlangt vom Ostfriesen, die vielen Regionalbegriffe vom Bayern zu kennen usw.
Sinnvoll und sicher auch eine lebensfüllende Aufgabe für gelangweilte sprachlich interessierte Mykologen wäre vielleicht ein genaues Dokumentieren der alten Namen und deren Veränderungen über die Zeit hinweg.
Die Namen selbst können nicht gezielt erhalten werden, aber man kann dafür sorgen, daß das Wissen darum bleibt.
Es gibt für Pflanzen (ich weiß nicht, ob auch Pilze darin sind) ein Buch, ein seeeehhhr dickes Buch, das alle volkstümlichen Namen für SÄMTLICHE Arten auflistet - da hat man etwa zwei Seiten fürs Gänseblümchen ....
....naja und man solte ja auch nicht nur dem Alten nachtrauern, sondern kann sich doch auch an den vielen Pilznamen Neuschöpfungen, nicht nur im Bollmann/Gminder/Reil erfreuen. Und bei vielen etwas weniger bekannten oder relativ neu beschriebenen kann man sich dann aus der aktuellen Literatur den schönsten aussuchen.
Und vielleicht hat man ja Glück und einem anderen gefällt er und so setzt er sich fort und wenn der Pilz sich nur entsprechend ausbreitet steht der eigens erdachte Pilzname in 100 Jahren in allen populären Büchern und nach 1000 Jahren, sollte man so weit denken mögen, als historischer Name für einen Pilz in einem Band, das Pilznamen sammelt
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Viele Grüße,
Tanja