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Re: Kostenpflichtige Waldwege?

hansuwe, (vor 8534 Tagen) 715 Beiträge @ Joachim

Hallo Pilzfreunde,
Heute habe ich folgende Meldung in der Zeitung gelesen: Forstbetriebe suchen
nach neuen Einkommensquellen
Kirchheim. Mit kostenpflichtigen Angeboten für Waldnutzer sollen sich die
Forstbetriebe nach den Vorstellungen des Hessischen Forstvereins neue
Märkte erschließen und auf die Branchenkrise reagieren. Bislang lebten die
Forstbetriebe zu etwa 90 Prozent vom Holzverkauf, sagte der
Forstvereins-Vorsitzende Jörg Freudenstein gestern bei einer Tagung in
Kirchheim (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Die Holzpreise seien jedoch in den
vergangenen Jahren gesunken. Spezielle Angebote etwa in der Umweltbildung
oder für Touristen könnten in einigen Jahren bis zur Hälfte des Umsatzes
der Waldbesitzer ausmachen.
So könnten Mountainbike-Fahrer für die Nutzung von bestimmten Strecken im
Wald bezahlen, sagte der Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, Michael
Gerst. Werde bei Bauprojekten in die Natur eingegriffen, könne Wald als
Kompensationsfläche dienen. Der Hamburger Professor für Forstwirtschaft,
Udo Mantau, schlug eingezäunte Flächen vor, auf denen Hundebesitzer ihre
Tiere frei laufen lassen könnten. Auch Bildungsveranstaltungen mit
Erlebnis-charakter seien denkbar, etwa Kindergeburtstage im Wald.
Gleichzeitig könne Holz stärker als Energieträger genutzt werden.
Für die neuen Angebote seien teilweise jedoch Gesetzesänderungen nötig, sagte
Mantau. Waldbesitzer seien in Deutschland verpflichtet, ihre Wälder für
alle Nutzer offen zu halten. Die Niederlande hätten mit kostenpflichtigen
Angeboten bereits gute Erfahrungen gemacht. Die Nutzer der Wälder hätten
dort erkannt, dass die Kosten auch zu ihrem Vorteil seien, sagte Mantau.
Die Erschließung solcher neuen Märkte werde jedoch noch einige Jahre
dauern.
© Südhessen Morgen - 26.06.2003
Dazu möchte ich noch anmerken, das schon 2002 ein Waldbesitzer (er war zur
Pilzberatung bei mir) gesagt hat, das Bestrebungen bestehen das
Privatwälder Eingezäunt werden und Wanderer, Beerensammler und auch
Pilzsammler sollen für das Betreten eines Privatwaldes einen Obolus
bezahlen. Ich habe das damals nicht so Ernst genommen, aber nach der
heutigen Meldung in der Presse fürchte ich dass es bitterer Ernst ist.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

Hallo Pilzler,
so selbstverständlich ist das mit der öffentlichen Zugänglichkeit der Wälder nicht. In vielen Ländern kann man Wälder garnicht betreten. In Deutschland ist die öffentliche Zugänglichkeit gesetzlich geregelt, wir sind ja auch deswegen ein Volk der Waldfreunde.
Wenn ich Waldbesitzer wäre würde ich auch lieber das Betreten verbieten lassen, die Waldbesucher lassen ja doch einiges an Müll und Hundedreck im Wald und benutzen Wege, die die Waldbesitzer für einiges Geld angelegt haben, wenn auch für ihre Zwecke der Waldnutzung. Von den Reitern und die durch sie angerichteten Schäden an Waldwegen möchte ich garnicht erst anfangen.
Warum also nicht wie bei Autobahnen eine Nutzungsgebühr erheben?
Ich würde zustimmen, dass private Waldbesitzer Geld kassieren dürften, Wald der von öffentlichen Institutionen wie Staat, Land, Gemeinden, bewirtschaftet wird, wird ja vermutlich ohnehin von Steuern subventioniert, für den zahlen ja alle Steuerzahler, also wäre eine Nutzungsabgabe nicht gerechtfertigt, meine ich.
Ein interessantes Thema im Lande der knappen Kassen.
Pilzige Grüsse
hansuwe

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