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Re: Wissenschaft ist ein Glaube

Huperzia ⌂, (vor 8497 Tagen) 2.287 Beiträge @ Gerd-A

Da muss ich mich schlicht fragen, ob wir unter dem Begriff
"Wissenschaft" das Gleiche verstehen ?!.
Was ich unter Wissenschaft verstehe kann man in jedem "besseren
Lexikon" nachlesen: - Da ist kein Platz für Glaube und Spekulationen.
- Nein: Seit Decartes wird W. nach den in ihr eingeschlagenen Methoden
definiert. Und verbunden mit diesem W.Begriff ist die Einengung auf
Erkenntnisse, die den Gewissheitsgrad einer math. Erkenntnis erreicht !!!

Ok, meinetwegen kann man esso nennen, muß sich aber bewußt bleiben, daß sich diese Erkenntisse eben nur aus gegenständlichen Dingen herleiten lassen und auch nur auf diesezu übertragen sind. Bei belebten Dingen wird esschwieriger. Und der Einfluß des Mondes auf Pilze ist eben nicht wissenschaftlich beweis- oder widerlegbar. Du magst sagen "noch nicht" und ich sag daß das wohlnie letztgründig gelingen kann.

===> Und, auch wenn man das heute zunehmend aufgibt, würde ich weiterhin
zwischen "Naturwissenschaften" und
"Geisteswissenschaften" (da wurde in der Vergangenheit viel
Unfug getrieben) unterscheiden.

Naturwissenschaften beschäftigen sich mit den Dingen der Natur und Geisteswissenschaften mit den Dingen der Menschen. Die betriebene Wissenschaft als solche ist eben ein Menschending und deswegen ist es Geisteswissenschaft, wenn man sich theoretisch mit solcher beschäftigt.
Ich weißnicht,welchen "Unfug" du meinst, aber ich denke beide Wissenschaftsformen haben ihren Sinn.

===> Und, mit dem "Mantel Wissenschaft" zieren sich viele.
Entscheidend ist, ob die vorgestellten Ergebnisse mathematisch schlüssig
sind/im Experiment ohne Ausnahmen nachvollziehbar sind. Wenn dies nicht
der Fall ist, kann ich das nur als "Pseudo-Wisenschaft"
bezeichnen.

Also wäre schon Sprachwissenschaft (die allerdings extrem mathematisch vorgeht) schon eine Pseudowissenschaft?
Was mich an deiner Schreibe stört ist das Wort "Pseudo-". Ich weiß einfach nicht,wie du esmeinst. Es klingt eben heutzutage recht abwertend, so als würd es gern und könnte nicht.

===> Natürlich, Wissenschaften, die sich mit Organismen (das sind keine
Briefmarken) beschäftigen, haben es besonders schwer. Da kann ich Dir nur
die Lektüre von "Ernst Mayr: Das ist Biologie, Die Wissenschaft des
Lebens, Spektrum Akademischer Verlag [200], ISBN 3-8274-1015-0"
empfehlen.

....sie haben es eben so schwer, daß sie zumindest keine Aussagen über Pilzwachstum und Mond treffen können. Alles andere wäre eine Illusion, die sich in den Bereich des"Glaubens" schieben läßt. Jede Statistiküber Organismen halte ich für wenig aussagekräftig. Du wirst sagen,daß essich ständig verbessern wird und vielleicht irgendwann mal die "eine unschlagbare Wahrheit" erreichen kann und ich sage, daß ein Fehler im System steckt, der sich nicht aushebeln läßt, so daß ein solches Erreichen von vornherein eben Illusion bleiben wird.

===> Und jetzt zur Physik (Birgit, danke !, hat da bereits einige
Beispiele gebracht): - Da ist es keineswegs so, dass durch die Einstein-,
Plank-, Heisenberg- Erkenntnisse plötzlich die davor festgestellten
Erkenntnisse wertlos wurden. Nein, auch die "Newton'schen
Gesetze" gelten weiterhin, allerdings nur für Geschwindigkeiten klein
gegen die Lichtgeschwindigkeit.

Klar, eine Theorie muß erstmal wissenschaftlich irgendwo stehen. Hauptsache es bewegt sich innerhalb der wissenschaftlichen Sprache. Natürlich könnte auch jemand eine Theorie samt stützender Statistik vorlegen, die den Zusammenhang zwischen Mond und Pilzen nachweist - allerdings wäre die sicher nicht mehr wert als das Gegenteil ;-). Statistiken über Leben sind an allen Ecken und Enden vielfach undicht, weswegen sich ja auch gerade die Medizin immer mal von vorne nach hinten dreht und wieder zurück.

- Obwohl ich kein Physiker bin, kann ich nur feststellen: -- Da wird ein
klares "wissenschaftliches Konzept" (sensus Gerd et al)
eingehalten.
-- Da wird auch nicht jede Abweichung bei einem Experiment gleich als
"Messfehler" abgetan. Im Gegenteil: --- Die oben genannten
Herren hätten ohne diese "Messfehler" wohl nie und nimmer ihre
die Physik revolutionierten Beiträge geliefert.

Die Physik ist wohl wirklich noch die "reinste Wissenschaft", aber auch die hat eben ihre Grenzen. Und die wären bei Pilzen schon erreicht.

Zum Schluss: - Die in den "Wissenschaften" zwischenzeitlich
erreichten Erkenntnisse über unsere Umwelt (leblos und tot) befriedigen
mich persönlich vollständig.
- Auf "Mystik" (sonst hätte ich einen anderen Beruf erlernt) kann
ich verzichten.

Ein neuer Begriff: was verstehst du unter Mystik?
Ich lege eigentlich nur besonderen Wert auf das Leben in all seinen Facetten und da gehört für mich etwas mehr dazu als das wissenschaftlich Belegbare. Ich weißnicht, in welchen Bereich Gefühle gehören - sind ja auch wissenschaftlich zerlegt und ihre Ursachen biochemisch begründbar oder vor allem, wo die Gedanken hingehören (nicht nur die Vorgänge, sondern die Gründe)? Die wurden meines Wissensnoch nicht naturwissenschaftlich bearbeitet?

- Kann allerdings durchaus verstehen, wenn sich jemand in "Mystik"
flüchtet, nur weil er für sich persönlich nicht akzeptiert, welch geringen
Stellenwert die Menschheit eigentlich in der Natur hat.

Witzig, aber ich seh das andersrum. Die Naturwissenschaft ist ein Versuch, die Welt zu verstehen, um sie sich damit etwas zu eigen zu machen.

===> Die Natur wird uns (wir sind auf dem Besten Wege dazu) in Zukunft
wieder "ausspucken". Näheres zu diesem Thema (soweit ich mich
erinnere) hat Dithfurt vor vielen Jahren in einem seiner Bücher
veröffentlicht.

Das ändert nichts an dem Einfluß des Mondes ;-)?

Fazit: - Bleib Du bei "Mystik", ich bleibe bei der Wissenschaft.

Ich finde das kling eben etwas arrogant abwertend: Flüchte du dich weiter in deine Traumwelten (die du anscheinend gar nicht kennst) und laß mich in der Realität. Das ist eben das, woran ich mich stoße.
"Flüchten" vor der Realität des (eigenen) Todes tut jeder Mensch (in der Psychologie bestimmt oft nachlesbar) und das tut eben jeder auf seine Weise. Ich glaube, daß ich nicht mehr die Augen verschließe als andere undich glaube auch nicht, daß das etwas mit dem Thema zu tun hat.

- Und, die Gegensätze sind hier einfach zu groß, dass ich (auch in Zukunft)
einen gemeinsamen Konsens sehen kann.
===> Gegenseitige missionarische Tätigkeit halte ich für
Zeitverschwendung.

Ich will nicht missionieren oder missioniert werden, ich will lediglich eine gewisse Toleranz für die nicht naturwissenschaftlich begründbaren Standpunkte- deswegen der Gegenangriff.

Viele Grüße,

Tanja

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