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Re: Wissenschaft ist ein Glaube

Birgit, (vor 8494 Tagen) 2.644 Beiträge @ Huperzia

Hallo Birgit

so der Heuvorrat für dieses Jahr ist jetzt endlich unter Dach und Fach und ich hab auch mehr Zeit und Lust wieder hier zu antworten.

Dann ist aber immerhin der "Glaube" an den Mondeinfluß kein Glaube
- oder?

Naja so wie du dich bei Nachfragen meinerseits rauswindest, woran du denn festmachst, daß der Mond einen Einfluß haben soll, würde ich das schon als Glauben definieren. Ich wollte ja die ganze Zeit aus dir rauskitzeln, daß du selbst die Beobachtung gemacht hast, daß eben bei Vollmond oder zumehmenden Mond die Pilze besser wachsen. Ohne jegliche Beobachtung ist es halt Glaube. Und meine eigene Erfahrung und Beobachtung spricht halt gegen diese These.

Ok, es gibt dann so zwei Dinge - Wissenschaft als "wirkliche
Wissenschaft" und solche wiesie sich oft in der Praxis darstellt.
Aber eines begrenzt die Wissenschaft eben schon ziemlich und das sind die
menschlichen Sinne bzw.die menschliche Wahrnehmung. Geht ja auch nicht
anders, und man versucht das ja nach Möglichkeit auszuschalten, aber ich
"glaube" eben, daß auch schon durch solche Versuche selbst viel
"Schwammigkeit" entsteht.

Du schreibst das ja in deinem Gedicht, daß mit Messgeräten gearbeitet werden muß, weil die menschlichen SInne nicht mehr ausreichend sind. Neue Erkenntnisse in der Physik z.B. wurden durch verrfeinerte Messmehoden und neue Messgeräte ermöglicht, z.B. in der Quantenmechanik. Aber diese neuen Erkenntnisse widerlegen in diesem Beispiel die alten nicht, die klassische Mechanik wird nicht ungültig oder falsch durch die Quantenmechanik, es ist eher so, daß die Quantenmechanik die umfassende Theorie ist, die die klassische Mechanik beinhaltet. Ja und irgendwann wird dann halt vielleicht die Quantenmechanik Teil einer noch umfassenderen Theorie werden, na und? Ich sehe in dem Fall nicht so ganz das Problem, die Erkenntnis schreitet fort und es gibt immer noch was zu tun, ist doch schön oder?

": Jede Wissenschaft/Glaube geht von bestimmten Voraussetzungen aus und
andere
Es ging vielleicht wirklichmehr um die praktische Wissenschaft *rausred*.Man
kann jedenfalls eine Frage nach dem Mond nicht einfach mit einer Statistik
beantworten. ....und ebensowenig kann man eine Statistik für oder wider
bestimmte Dinge liefern.

Das hatte ich ja schon angesprochen, an irgendetwas muß ich ja meine Theorie festmachen und wenn es nicht Beobachtungen sind, dann wirds echt schwierig.

Ich kann mir keine wissenschaftlichen Beweise für Homöopathie oder
Wünschelruten vorstellen.Sicher wird irgendeine Statistik Zusammenhänge
sehen, aber "Beweise" sind das für mich nicht.

Ich mein das eher so wie bei der Weidenrinde und der fiebersenkenden Wirkung. Inzwischen weiß man sicher was Acetylsalicylsäure im Körper anstellt. Was spricht dagegen, daß man in der Zukunft irgendwann auch die Wirkungsweise von Hmöopathie versteht? Ich hab Wünschelrutengehen selber mal probiert und es hat funktioniert, allerdings bei ner Wasserleitung, bei der ich wußte wo sie verläuft, nicht ganz so der schlüssige Versuch. Ich würds gerne nochmal ausprobieren auf nem Grundstück wo ich nicht weiß, wo die Wasserleitungen verlaufen. Ich hab überhaupt keine Probleme damit, daß es momentan keine wissenschaftlichen Erklärungen für bestimmte Phänomene vorhanden sind, zu behaupten, daß es diese Erklärungen nie geben wird halte ich ehrlich gesagt für ein bißchen kurzsichtig.

Warumnicht? Glaubst du, daß nur ein was das Pilzwachstum beeinflußt? Wer
sagt,daß nicht alles irgendwiezusammenhängt - vielleicht eben dort wo der
Glaube sitzt und die Wissenschaft eben nicht mehr hinkommt. Die
Wissenschaft beobachtet Einzelphänomene (wie den Apfel), kann aber eben
auch nur Einzelaussagen treffen, meinetwegen noch Gesetze über bestimmte
Einzelaussagen überordnen.

Das ist nicht mehr ganz so wahr, inzwischen gibt es schon Versuche, manche mehr oder weniger erfolgreich vernetzte Systeme zu simulieren trotz der Schwierigkeiten. Wettervorhersagen werden meines Wissens nach z.B. auch mit solchen Modellen getroffen.

hmm,ich sag mal,daß sind dann ganz persönliche Gefühlsbeobachtungen
zumBeispiel oder irgendein inneres Wissen oder irgendwas.

keine Beobachtung? s. oben

Ich halte aber "Wissen" eher für ein "Inneres Wissen",was
eben aus dem Glauben hervorgeht.....vielleicht einfach eineMenge
Begriffsprobleme. Nicht umsonst sollteman bei solchen Themen erstmal eine
Vokabelliste voran stellen *grins*.

siehe oben.

Da bleibt dann vielleicht Glaube oder sowas? Muß esdenn unbedingt rklärungen
geben? Forscherei ist ja ganz lustig, wie eben auch Sternzeichendeuterei,
aber letztendlich auch nichts anderes-sicher mit etwas mehr praktischer
Bedeutung, aber eben auch begrenzt.

Ich habs ja oben schon gesagt es muß nicht unbedingt Erklärungen geben. Aber sich jetzt hinzustellen und zu sagen, daß wir mit unserer so tollen Wissenschaft und mit unseren ach so hochentwickelten Messinstrumenten keine Erklärung finden können, liege daran, daß es keine Erklärung gäbe, klingt für mich ein bißchen nach arroganter Selbstüberschätzung unseres bisherigen Erkenntnisstandes. Meiner Meinung nach können wir noch immer sehr viel lernen mit weiterentwickelten wissenschaftlichen Methoden. Natürlich das alles bitte unter realistischer Einschätzung der Risiken und verantwortungsvoll.

Du hattest in einem anderen Beitrag geschrieben, daß jetzt sogar Gefühle als biochemische Vorgänge dargestellt werden können und empfindest das offensichtlich als negativ. Ich find das eher faszinierend und habe damit wenig Probleme. Es zeigt doch wissenschaftlich, was man schon längst vermutet hat, daß die Psyche den Körper ganz handfest beeinflußt, wenn man so will ein bißchen der Sieg des Geistes über die Materie ;-). Daß Gefühle durch Drogen z.B. künstlich "erzeugt" werden können, wissen und nutzen doch die meisten von uns ;-).

Liebe Grüße

Birgit

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