Re: Bruno hat sich nicht bärengerecht verhalten
Danke Tanja. Interessant! Ich wusste vieles nicht. Dennoch vertrete ich eher
die These, dass der Bär normal ist, aber durch die inadäquate Umwelt dazu
verleitet wird (verführt!) das üppige "Angebot" nicht
ausschlagen zu können - das "Reißverhalten" passt ja dann sehr
gut ins Bild. Der Bär braucht einfach große, vom Menschen unbetretene
Reviere um "Bärengerecht" leben zu können. Wenn er alle zwanzig
Schritt auf Imkerhütten, Ferienhäusern, Weide- und Kleinvieh trifft, was
soll er da machen, der Bär? Nur weil die Menschen sich selbst als
meschugge bezeichnen und Psychiater in Anspruch nehmen, dürfen sie ihre
Kriterien nicht so leichtfertig auf andere Lebewesen ausweiten.
Grüßle
Juergen
Sicher fällt es solchen Großtieren in den recht dicht besiedelten Alpen schwerer, ihr natürliches Verhalten beizubehalten. Dennoch zeigte JJ1 alias Bruno auch im Verhältnis zu Artgenossen ein eigenwilliges Verhalten. Nur so sind die Südtiroler darauf gekommen, dass Bruno eigentlich JJ1 ist, denn bereits seine Mutter war wenig scheu und gab dieses Verhalten ihren Kindern weiter. JJ1 ging einen Schritt weiter. Wie gesagt, das liegt tlw. sicher an unserer Lebenswelt, aber deshalb können wir ja nicht unsere besiedelten Gebiete rückbauen. Für Bären ist eben (leider ) in den Alpen nur in großen Schutzgebieten Platz, jenseits davon ist bald Schluss mit lustig. Nicht weil der Bär Menschen so reißen würde wie Schafe, aber eine Begegnung kann dennoch immer fatal enden.
Jetzt allgemein (nicht an Jürgen gerichtet):
Ich bin nicht Experte genug, um einschätzen zu können, ob eine reine Betäubungsvariante praktikabel gewesen wäre (wie viele Jäger kann man damit ausrüsten, wie weit reichen die Waffen, welche Gefahren bedeutet ihr Einsatz für den Jäger). Mir wäre sie, wie wohl fast allen hier, sicher lieber gewesen.
Aber ich gehe jetzt einmal davon aus, dass selbst Politiker der bayrischen Einheitspartei sich im Klaren sind, dass eine Abschussfreigabe etwa so populär ist wie eine Steuererhöhung. Wen mich nicht alles täuscht hat doch sogar der WWF keine Einwände gehabt.
